Jahresrückblick Teil 1

Ein Jahr geht und ein Neues steht ganz frisch vor mir. Für mich bedeutet ein Jahreswechsel keine große Veränderung, aber ich mag es, diesen besonderen Zeitpunkt zu nutzen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, sich auf das neue Unbekannte einzulassen und freue mich auf alle Überraschungen, die das neue Jahr mit sich bringen wird.

Es war viel los im vergangen Jahr und ich versuche euch einen kleinen Überblick von dem zu geben, was mich beschäftigt hat. Ich versuche mich auch kurz zu fassen.

Das war 2017

Der Januar startete sehr eisig und dennoch nutzen wir einen dieser kalten, aber schönen Tage, um ein paar tolle Bilder zu machen. Fiete ist bei den kalten Temperaturen besondern energiegeladen und dadurch manchmal gar nicht so einfach zu händeln. Aber dadurch ist es immer eine neue Herausforderung aus der ich immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen kann.

Fiete 06.01.2017-12Fiete 06.01.2017-19

Sehr untypisch für Januar begann ich mit einem regelmäßigen Lauftraining, welches mir im gesamten Jahr zu deutlich mehr körperlicher Fitness verholfen hat. Immer mit dabei meine zwei Wichte, denn Laufen kann man auch mit Kindern! Sie machten es sich im Croozer gemütlich und ließen sich durch die Gegend schieben.

Ende Januar machten wir dann noch ein spontanes, verlängertes Wochenende im Harz, um dort die schöne verschneite Landschaft zu genießen.

Im Februar plante ich den Abzeichenlehrgang im RV Horneburg durch, damit er dann schon bald im April starten konnte. Auch beschäftigte ich mich (neben dem regelmäßigen Lauftraining, Fiete und meinem „normalen“ Job) mit der Suche nach Pferdeanhängern und der Planung für meinen 30. Geburtstag. Ich wünschte mir so sehr einen eigenen Pferdeanhänger, um endlich unabhängig von anderen, mit Fiete überall hinfahren zu können. Bei der Suche nach Pferdeanhängern stellte ich schnell fest, dass gebrauchte Pferdeanhänger immer noch sehr teuer sind und entschied für mich, dass es dann für ein wenig mehr Geld lieber ein neuer Anhänger sein sollte. Ende Februar wurde ich dann noch zum ersten Mal Tante von dem kleinen Emil.

Der März startete mit einem Krankenhausaufenthalt für unseren Minimann um seine Nahrungsmittelallergie (Anaphylaxie) zu testen. Getestet wurden Erdnüsse und leider reagierte er darauf. An dem ersten Märzwochenende nahm ich an einem Dressurlehrgang in einem anderen Reitverein teil.

Am 6.März wurde ich 30 Jahre alt, dies wurde an dem folgenden Wochenende mit einer kleinen, aber feinen 90er Party gefeiert. Eine Woche später war es soweit ich fuhr zur Zulassungsstelle und durfte mich ab nun stolze Pferdeanhängerbesitzerin nennen.

Sina (meine allerbeste Reitbeteiligung) nutze die Zeit für einen Lehrgang bei Christina von Hello Horses , damit Fiete auch niemals langweilig wird! Mitte März folgte dann das zweite Dressurlehrgangswochende für mich. Denn ich wollte gut vorbereitet in die neue und unsere erste richtige Turniersaison starten. Ende März war es dann auch schon so weit und ich startete mit der besten Crew (meinem Mann + Sina) zu unserem ersten Turnier in Sieversen. Fiete 24.03.2017-6

Fiete war ein hochexplosive Kanonenkugel und ich ein nichteinwirkender Beifahrer. Sina starb bereits fast allein vom Zuschauen. Die Leute um uns herum nahmen viel Rücksicht und man sah uns an, dass wir keine Routiniers sind. Ich war trotzdem stolz, dass wir uns dort durchboxten und war einfach nur froh, dass wir den ersten Turnierstart unbeschadet überlebten. Die Wertnote war schlecht, aber für das,  was wir dort nicht zeigten, völlig gerechtfertigt. Fiete 24.03.2017-14Fiete 24.03.2017-11

Im April startete ich mit viel Familienzeit, weil mein Mann leider sehr viel arbeiten musste. Mein Reitabzeichenlehrgang begann und nun hieß es rund 30 Prüflinge gut auf ihre bevortsehende Abzeichenprüfung vorzubereiten.

Ich beschränke mich dabei aus zeitlichen Gründen auf die theoretische Vorbereitung und überlasse den praktischen Teil Mathilde Klausberger , diese Zusammenarbeit hat sich als erfolgreich herausgestellt und so konnten am Ende fast alle Teilnehmer überglücklich ihr Abzeichen in Empfang nehmen. Ich nutzte die Zeit für die Abzeichenvorbereitung ebenfalls dazu, die Kindergartengruppe meiner Tochter in die Welt der Pferde zu entführen.

Zwischen der ganzen Organisation fuhr ich erneut zu einem Turnier, auch dort waren wir eher wild und ohne Glanzleistung unterwegs. Aber auch dort sammelte ich wieder Erfahrung.

Am 20. April feierten wir Fietes sechsten Geburtstag und es entstanden tolle Fotos.

Das letzte Aprilwochenende stand dann wieder ein Turnier an, endlich begann ich Fiete zu reiten und dies wurde dann auch gleich mit einer 7,4 belohnt und bedeutete für uns den vierten Platz in einer A-Dressur, ich war den Tränen nahe und einfach nur unglaublich stolz. So richtig auskosten konnte ich die Platzierung nicht, denn es herrschte Stress, Minifräulein sollte an diesem Tag noch ihre allererste Führzügelklasse starten und wir hatten wenig Zeit, um Fiete wegzubringen und das Führzügelpony abzuholen. Ein unglaubliches Wochenende an das ich mich noch ewig erinnern werde!

Vielen Dank Sina und Mette für eure tolle Turnierbetreuung ❤ Ich hätte es ahnen sollen, nach so einem Höhepunkt folgt oft ein tiefer Fall.

Der Mai begann mit einem schönen Ausritt mit vielen Pferden aus unserem Reitverein. Es gab einen Sekt bei Sonnenschein, auf die erste Platzierung. Alles war perfekt, bis die Kinder eine dicke Erkältung einschleppten. Ein Husten quälte mich und nach einem starken Hustenanfall hatte ich plötzlich ein komisches Gefühl an meinem Bauchnabel. Ein Besuch in der Notaufnahme brachte Gewissheit, ich hatte einen Nabelbruch, der operiert werden musste.

Meine kleine Welt stürzte zusammen, die kommenden Turniere und die damit verbundene Turniersaisonplanung konnte ich streichen. Ich war so unendlich traurig, endlich war ich fit wie nie und hatte endlich das Gefühl mit Fiete voranzukommen. Sechs Wochen absolutes Reitverbot. Ein Glück hatte ich Sina, sie hatte nun für fast zwei Monate ein eigenes Pferd und ich musste erstmal wieder fit werden. Ein Highlight bescherte mir jedoch noch die DKB , denn ich durfte beim Hamburger Derby auf der DKB- Fanbank platz nehmen und einen einmalig schönen Tag verbringen. Eine kleine Wiedergutmachung nach all dem Ärger.

Im Juni herrschte also absolutes Reitverbot, ich schaute also zu wie Fiete geritten wurde und Sina bekam zum Glück auch tolle Unterstützung von unseren anderen Stallmitgliedern. Ich nutzte die Zeit für viele schöne Familienmomente. Nach sechs Wochen ohne Reiten schwang ich mich dann, nach guter Heilung, Ende Juni zurück in den Sattel, voller Tatendrang dort anzuknüpfen wo wir aufhören mussten. So konnte es mir keiner mehr nehmen am 30.06. endlich wieder aufs Turnier nach Wohlesbostel zu fahren. Ich hatte alles perfekt organisiert, aber es goss in Strömen. Ich ließ mich nicht abhalten, nicht nach all dem was passiert war. Ich wollte nun die Chance nutzen und mich zurückkämpfen. Es war alles matschig, Fiete völlig hysterisch wegen Matsch, zu viel Wasser und vieler bunter Regenschirme. Trotzdem konnte ich ihn während der Prüfung für mich gewinnen. Es folgte ein guter Ritt unter schwierigsten Bedingungen. Wir bekamen eine 7,2 und konnten damit die Prüfung für uns entscheiden. Die Siegerehrung erfolgte aufgrund des schlechten Wetters ohne Pferd im Kuchenzelt und vor lauter Stolz ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, meine Ehrenrunde zu Fuß zu galoppieren. Was für ein Erfolg nach dem vorangegangen Monat. Ich konnte mein Glück kaum fassen!

(Teil 2 des Jahresrückblickes folgt)

Ein Tag bei Uta Gräf

Los geht’s 


Reitstiefel geputzt, Reitkappe, Handschuhe und Reithose eingepackt, es kann losgehen, Kirchheimbolanden, Gut Rothenkircherhof ich komme! Sehr früh geht es aus Richtung Hamburg mit der Bahn los, nach Frankfurt am Main und anschließend weiter nach Mainz. In Mainz angekommen wartet ein kleiner Mietwagen auf uns (ich werde von der lieben Jenny begleitet) und fährt uns von dort aus auf das Gut Rothenkircherhof  von Uta Gräf. 

Uta Gräf Logo
Angekommen und aufgenommen

Kaum dort angekommen werde ich von Utas Lebensgefährten Stefan Schneider mit den Worten: „Ah, für dich habe ich heute schon eines meiner besten Pferde reserviert“ begrüßt. Die Spannung steigt. Während Stefan Uta Bescheid sagt, dass wir bereits vor Ort sind, schauen wir uns schon ein wenig auf dem Hof um. Wir landen am Reitplatz, wo gerade ein Pferd von Utas Bereiterin gearbeitet wird. Dort kommt Uta dann auf uns zu und begrüßt uns mit ihrer aufgeschlossenen, fröhlichen Art. Sie erklärt uns, dass sie noch einige Dinge erledigen muss und es nach einem gemeinsamen Mittagessen losgehen wird. Solange können wir uns umschauen und zuschauen wie die Pferde gearbeitet werden. Plötzlich kommt Friederike Heidenhof mit der Kamera in der Hand um die Ecke und fragt uns ob wir mitkommen wollen, es steht gerade ein Pferd im Bach. Tatsächlich steht ein junger Fuchswallach angebunden an Gattern im Bach und planscht ausgiebig mit seinen Vorderbeinen im kühlen Nass. Was ihm sichtlich Spaß macht, soll eigentlich den Nutzen haben seine Sehne zu kühlen.

 Anschließend treffen sich alle Angestellten im Garten zu einem gemeinsamen Mittagessen. Beim Mittagessen wird ausgiebig gelacht, erzählt, beratschlagt und die Planung für kommende Dinge gemacht. 

Dieser Spruch hängt am Reitplatz.


Auf die Pferde, fertig, los!

Dann war es endlich soweit, rein in die Reitklamotten und rauf aufs Pferd. Helios (gerade eine Woche vorher S-Dressur gewonnen) war der erste Kandidat. Ein absolutes Traumpferd. Ich ritt los und Uta gab mir einige Tipps was ich an meinem Sitz verbessern muss. Nach einigen Runden reichte sie mir ihre Sporen mit den Worten: „Du hast dich qualifiziert!“ Das machte mich natürlich sehr froh. 

Sie arbeitete mit mir an Lektionen und fragte immer wieder was ich an meiner Hilfengebung ändern bzw. besser machen würde und wertete dies anschließend mit mir aus. Insgesamt durfte ich vier Pferde reiten. Alles sehr unterschiedliche Pferde, aber jedes auf seine eigene Weise ein toller Lehrer für mich. Besonders toll waren die schwierigeren Lektionen, die ich dann noch mit dem etwas kleineren Schimmel Marquess (ich hoffe ich habe ihn richtig geschrieben), reiten durfte. Lektionen wie Traversalen und fliegende Galoppwechsel kann dieser kleine, motivierte Schimmel wie im Schlaf und Uta erklärte mir wie ich diese Lektionen reiten soll.

Neben dem Reitplatz steht ein Pferd und schaut bei der Arbeit zu.
Dies klappte dann mal mehr, mal weniger gut. Was aber eindeutig an mir lag, da ich solche Lektionen einfach vorher noch nie geritten bin und mir dadurch in der Hilfengebung doch sehr unsicher war. Zudem wollte ich natürlich auch nichts falsch machen. 

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Nach diesem ausgiebigen Reiterlebnis zeigte uns Utas eine Bereiterin noch einmal ausführlich den gesamten Hof. Es ist so toll wieviel Platz jedes Pferd dort hat und das alle Pferde gleich gehalten werden, egal ob Sportpferd, Esel oder Pony. 

Anschließend verabschiedeten wir uns in einem letzten Gespräch mit leckeren Minimuffins. 

Fazit

Ich bin beeindruckt von dem was Uta neben dem Reiten noch alles macht! (Es wurde an einem Film gearbeitet und ein neuer Vortrag für das Mercedes Benz Reiterforum vorbereitet)

Alle Pferde waren toll zu reiten. Sie waren alle sensibel und motiviert. Bemerkenswert finde ich noch, dass Uta mir all ihre Pferde anvertraut hat und ich so diese einzigartige Chance hatte viel von diesem Tag mitzunehmen. Danke auch an equiXTREME, die mir dieses tolle Erlebnis erst ermöglicht haben und von deren Produkten ich mehr als begeistert bin.

Und eines noch, die tollen Butterflyprodukte die Utas Pferde alle tragen haben es mir tatsächlich etwas angetan! 🙈🙊😍 Wenn mal ein Geldsegen über mich fällt, kann ich für nichts garantieren! 😁 Danke auch an das komplette Hofteam, wir haben uns sehr wohl gefühlt. 

Eure Fanni (und Jenny) 😉

Wer ist eigentlich dieser „Ehrenamt“ und warum ist er so unattraktiv?

Wie war nochmal der Anfang? Hmm… Ich weiß es nicht mehr genau, ich bin da so hineingerutscht. Angefangen hatte es mit meiner Leidenschaft für Kinder und den Reitsport. So begann ich im Reiterverein den Reitunterricht mit Kindern zu übernehmen. Es macht mir viel Freude meine Begeisterung für Pferde an die junge Generation weiterzugeben. Auch bin ich kein Freund von stupidem Hintereinandergereite. So sind meine Reitschulkinder gewohnt kleine Wettspiele, Sitzübungen etc. im Reitunterricht zu erleben. Vom Reitunterricht angefangen wurde ich nach einiger Zeit gefragt ob ich mir nicht vorstellen könnte ein Teil des Vorstandes zu werden. Zu dem damaligen Zeitpunkt hörte jemand auf und seit dem übernehme ich die Koordination des Reitschulunterrichts.

Die Anerkennung 

Aber zurück zum Thema. Warum ist das Ehrenamt so unattraktiv? Es gibt kaum Anerkennung, für das was man leistet. Zumindest hat man oft das Gefühl, dass den Leuten von „Außen“ gar nicht bewusst ist, wieviel Zeit und Arbeit an diesem zusätzlichen Job hängen. Ständig wird gemeckert. Ich will dies haben! Warum kann das nicht von euch organisiert werden? Warum läuft das nicht richtig rund?  Ich würde so gern mal das und das erleben! Könntet ihr nicht mal…! usw…                                                              – Diese Art von Anerkennung ist es die man von den Mitmenschen bekommt –

Man schlägt sich von einem Problem zum nächsten. Die Vorstandssitzungen sind lange Debatten über immer wieder auftretende Probleme. Dies führt oft zur Demotivation aller Teilnehmer. Anerkennung bekommt man natürlich von den anderen Vorstandskollegen (die wissen ja schließlich alle wieviel Arbeit Ehrenamt bedeutet)

Ich kann gut nachvollziehen, wenn die Leute sich nicht engagieren wollen. Jeder schlägt sich mit seinen Alltagsproblemen durch und will sich dann nicht noch das Ehrenamt ans Bein binden.
Vorwärts geht’s!! 

Aber wenn die Leute immer nur alle meckern wird nichts besser! Man muss die Dinge anpacken, Chancen für Unterstützing nutzen, in dem man sich z.B. für bestimmte Projekte bewirbt. Nur wenn in einem Verein ALLE mitanfassen können Probleme gelöst und neue Sachen zum Laufen gebracht werden!


Ich bin irgendwie doch ein bisschen froh meinen kleinen Teil zu einer hoffentlich besseren Gesellschaft beizutragen! Auch wenn es mit viel zusätzlicher Arbeit und manchem Ärger verbunden ist. Ich hoffe das sich künftig mehr Menschen freiwillig engagieren ohne eine großartige Gegenleistung zu erwarten.