„Reiten lernt man nur durch Reiten“

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„Reiten lernt man nur durch Reiten“ stimmt diese Aussage wirklich? Oder gibt es Trainingsmethoden die sich auf mein Reiten bzw. besonders auf mein Reiterfundament – meinen Sitz auswirken?

Wer mir länger folgt weiß bestimmt, dass ich mich immer mal wieder aufraffe, um Laufen zu gehen. Das Laufen hat mich beim Reiten deutlich vorangebracht. Jedoch nicht unbedingt weil sich dadurch mein Sitz verbessert hat. Ich habe durch die verbesserte Kondition einfach viele Vorteile, die sich im täglichen Training, aber auch auf dem Turnier bemerkbar machen. Ich bin einfach nicht ganz so schnell aus der Puste und ich habe das Gefühl, mich deutlich besser konzentrieren zu können.

Die Aussicht auch langfristig meinen Sitz und damit meine Einwirkung beim Reiten durch ein spezielles Fitnessprogramm zu verbessern, klingt wirklich sehr verlockend. Und genau das möchte ich ausprobieren. Ich möchte sehen ob sich durch regelmäßiges Training außerhalb des Sattels etwas nachhaltig verändern kann. Laut den Protokollen der letzten Dressurprüfungen liegt eine große Schwachstelle meines Sitzes in meiner Schulterpartie und damit verbunden auch letztlich meine Handhaltung, welche in Trainingsstunden immer wieder bemängelt wird und welche noch weit entfernt ist vom Idealbild. Ich selbst hingegen empfinde meine Neigung zum Hohlkreuz auch als eine Großaustelle.

Das dieser Weg nicht einfach wird ist mir klar, doch schaffe ich es, mich jeden Tag neu zu motivieren? Schaffe ich es, einen weiteren Tagespunkt in meinen eh schon vollgestopften Tagesplan mit aufzunehmen? Ich werde es versuchen und würde mich freuen wenn ihr mich auf meinem Weg begleitet.

Doch von was spreche ich hier eigentlich und warum werde ich genau dieses Programm testen? Die Aussicht, den perfekten Sitz (unter uns, ich nenne ihn mal den „Klimke-Sitz“) zu erlangen, sollte für uns doch Ansporn genug sein, sich ein wenig zu quälen und seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Wieso erhoffe ich mir nun von dem Fitnessprogramm von StrongPony genau diesen Klimke Sitz?

Ganz einfach. Hinter StrongPony steckt nicht irgendeine Fitnesskette, die sich als neue Zielgruppe die Reiterwelt rausgepickt hat. Sondern hinter StrongPony steckt Anja Höfele. Sie selbst sitzt seit über 23 Jahren im Sattel und hat diverse Qualifikationen rund um den Reitsport, aber auch in der Fitnesswelt vorzuweisen. Reiten ist so ein komplexer Sport, dass die vielen Zusammenhänge auch nur jemand nachvollziehen kann, der selbst regelmäßig im Sattel unterwegs ist. Genau dort setzt StrongPony an und vereint in seinen Übungen Koordination, Kraft und Stabilität, Beweglichkeit im Allgemeinen, Flexibilität, Mobilität, Muskellängentraining und nicht zuletzt Schnelligkeit. Alle Komponenten sind beim ausführen von Reitsport extrem wichtig. Anja hat bereits 2015 angefangen, Trainingspläne für eine befreundete Reiterin zu schreiben und damit lag StrongPony praktisch schon in der Wiege. Anja selbst sagt über ihr Programm: „Ich habe mein Wissen im Bezug auf Gymnastik, Mobilität und Flexibilität, Stabilität sowie Koordination, Kraft und Muskellängentraining auf den Reitsport und die Bedürfnisse von Reitern bezogen und angepasst.“ Ihr dürft also von StrongPony ein abwechslungsreiches Training, welches speziell auf uns Reiter abgestimmt ist, erwarten.

Ich habe heute mit dem Programm begonnen und dieses startet als erstes mit einem Eingangstest. Wer sich nach dem Absolvieren des Testes eine Einschätzung seiner Fitness wünscht wird an der Stelle enttäuscht. Viel mehr geht es darum, sich selbst ein Bild seiner körperlichen Fitness zu machen und dies zu dokumentieren. Das empfinde ich als eine großartige Idee, denn hier kämpft man nicht gegen irgendwelche vorgefertigten Maße, sondern gegen sich selbst, gegen seine Mittel und Gegebenheiten.

Bevor man mit dem Eingangstest beginnen kann gibt es ein Aufwärmprogramm. Welches ich mal im Schnelldurchlauf für eure Belustigung aufgenommen habe.

Die erste Trainingseinheit unter dem Motto „Mobilität und Flexibilität“ zeigt mir gleich meine Schwachpunkte auf. In die linke Richtung merke ich deutlich wie mir die Übungen für die Hüftmobilität schwer fallen. Aber ich quäle mich hindurch, denn schließlich schwebt er vor mir, der Klimke-Sitz, und dafür werde ich alles geben. Alles in allem bin ich mit meinem ersten Trainingstag sehr zufrieden und bin gespannt was die nächsten Tage bringen.

Was ich persönlich noch hervorragend finde, ist der Fakt, dass nicht vorgeschrieben wird, wieviele Übungen man schaffen soll. Stattdessen werden Zeiten gesetzt und so kann jeder die Übungen in dem Tempo durchführen, die er für angemessen empfinden. So schafft der Eine vielleicht nur 3 Wiederholungen in vorgegebenen Zeit und ein Anderer vielleicht 10 Wiederholungen. Und keiner der Beiden muss sich am Ende schlecht fühlen. Denn jeder hat die Übung so gut absolviert, wie er es eben kann. Und das ist doch wichtig, überhaupt seine Komfortzone zu verlassen und aktiv etwas für sich und damit auch für sein Pferd zu tun!

Also nun zack rein in die Sportsachen und Mitglied im „StrongPony-Club“ werden! Für eure Gesundheit, euer Wohlbefinden und euren Reitstil. Zu verbessern und zu optimieren gibt es wohl immer etwas.