Jahresrückblick Teil 1

Ein Jahr geht und ein Neues steht ganz frisch vor mir. Für mich bedeutet ein Jahreswechsel keine große Veränderung, aber ich mag es, diesen besonderen Zeitpunkt zu nutzen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, sich auf das neue Unbekannte einzulassen und freue mich auf alle Überraschungen, die das neue Jahr mit sich bringen wird.

Es war viel los im vergangen Jahr und ich versuche euch einen kleinen Überblick von dem zu geben, was mich beschäftigt hat. Ich versuche mich auch kurz zu fassen.

Das war 2017

Der Januar startete sehr eisig und dennoch nutzen wir einen dieser kalten, aber schönen Tage, um ein paar tolle Bilder zu machen. Fiete ist bei den kalten Temperaturen besondern energiegeladen und dadurch manchmal gar nicht so einfach zu händeln. Aber dadurch ist es immer eine neue Herausforderung aus der ich immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen kann.

Fiete 06.01.2017-12Fiete 06.01.2017-19

Sehr untypisch für Januar begann ich mit einem regelmäßigen Lauftraining, welches mir im gesamten Jahr zu deutlich mehr körperlicher Fitness verholfen hat. Immer mit dabei meine zwei Wichte, denn Laufen kann man auch mit Kindern! Sie machten es sich im Croozer gemütlich und ließen sich durch die Gegend schieben.

Ende Januar machten wir dann noch ein spontanes, verlängertes Wochenende im Harz, um dort die schöne verschneite Landschaft zu genießen.

Im Februar plante ich den Abzeichenlehrgang im RV Horneburg durch, damit er dann schon bald im April starten konnte. Auch beschäftigte ich mich (neben dem regelmäßigen Lauftraining, Fiete und meinem „normalen“ Job) mit der Suche nach Pferdeanhängern und der Planung für meinen 30. Geburtstag. Ich wünschte mir so sehr einen eigenen Pferdeanhänger, um endlich unabhängig von anderen, mit Fiete überall hinfahren zu können. Bei der Suche nach Pferdeanhängern stellte ich schnell fest, dass gebrauchte Pferdeanhänger immer noch sehr teuer sind und entschied für mich, dass es dann für ein wenig mehr Geld lieber ein neuer Anhänger sein sollte. Ende Februar wurde ich dann noch zum ersten Mal Tante von dem kleinen Emil.

Der März startete mit einem Krankenhausaufenthalt für unseren Minimann um seine Nahrungsmittelallergie (Anaphylaxie) zu testen. Getestet wurden Erdnüsse und leider reagierte er darauf. An dem ersten Märzwochenende nahm ich an einem Dressurlehrgang in einem anderen Reitverein teil.

Am 6.März wurde ich 30 Jahre alt, dies wurde an dem folgenden Wochenende mit einer kleinen, aber feinen 90er Party gefeiert. Eine Woche später war es soweit ich fuhr zur Zulassungsstelle und durfte mich ab nun stolze Pferdeanhängerbesitzerin nennen.

Sina (meine allerbeste Reitbeteiligung) nutze die Zeit für einen Lehrgang bei Christina von Hello Horses , damit Fiete auch niemals langweilig wird! Mitte März folgte dann das zweite Dressurlehrgangswochende für mich. Denn ich wollte gut vorbereitet in die neue und unsere erste richtige Turniersaison starten. Ende März war es dann auch schon so weit und ich startete mit der besten Crew (meinem Mann + Sina) zu unserem ersten Turnier in Sieversen. Fiete 24.03.2017-6

Fiete war ein hochexplosive Kanonenkugel und ich ein nichteinwirkender Beifahrer. Sina starb bereits fast allein vom Zuschauen. Die Leute um uns herum nahmen viel Rücksicht und man sah uns an, dass wir keine Routiniers sind. Ich war trotzdem stolz, dass wir uns dort durchboxten und war einfach nur froh, dass wir den ersten Turnierstart unbeschadet überlebten. Die Wertnote war schlecht, aber für das,  was wir dort nicht zeigten, völlig gerechtfertigt. Fiete 24.03.2017-14Fiete 24.03.2017-11

Im April startete ich mit viel Familienzeit, weil mein Mann leider sehr viel arbeiten musste. Mein Reitabzeichenlehrgang begann und nun hieß es rund 30 Prüflinge gut auf ihre bevortsehende Abzeichenprüfung vorzubereiten.

Ich beschränke mich dabei aus zeitlichen Gründen auf die theoretische Vorbereitung und überlasse den praktischen Teil Mathilde Klausberger , diese Zusammenarbeit hat sich als erfolgreich herausgestellt und so konnten am Ende fast alle Teilnehmer überglücklich ihr Abzeichen in Empfang nehmen. Ich nutzte die Zeit für die Abzeichenvorbereitung ebenfalls dazu, die Kindergartengruppe meiner Tochter in die Welt der Pferde zu entführen.

Zwischen der ganzen Organisation fuhr ich erneut zu einem Turnier, auch dort waren wir eher wild und ohne Glanzleistung unterwegs. Aber auch dort sammelte ich wieder Erfahrung.

Am 20. April feierten wir Fietes sechsten Geburtstag und es entstanden tolle Fotos.

Das letzte Aprilwochenende stand dann wieder ein Turnier an, endlich begann ich Fiete zu reiten und dies wurde dann auch gleich mit einer 7,4 belohnt und bedeutete für uns den vierten Platz in einer A-Dressur, ich war den Tränen nahe und einfach nur unglaublich stolz. So richtig auskosten konnte ich die Platzierung nicht, denn es herrschte Stress, Minifräulein sollte an diesem Tag noch ihre allererste Führzügelklasse starten und wir hatten wenig Zeit, um Fiete wegzubringen und das Führzügelpony abzuholen. Ein unglaubliches Wochenende an das ich mich noch ewig erinnern werde!

Vielen Dank Sina und Mette für eure tolle Turnierbetreuung ❤ Ich hätte es ahnen sollen, nach so einem Höhepunkt folgt oft ein tiefer Fall.

Der Mai begann mit einem schönen Ausritt mit vielen Pferden aus unserem Reitverein. Es gab einen Sekt bei Sonnenschein, auf die erste Platzierung. Alles war perfekt, bis die Kinder eine dicke Erkältung einschleppten. Ein Husten quälte mich und nach einem starken Hustenanfall hatte ich plötzlich ein komisches Gefühl an meinem Bauchnabel. Ein Besuch in der Notaufnahme brachte Gewissheit, ich hatte einen Nabelbruch, der operiert werden musste.

Meine kleine Welt stürzte zusammen, die kommenden Turniere und die damit verbundene Turniersaisonplanung konnte ich streichen. Ich war so unendlich traurig, endlich war ich fit wie nie und hatte endlich das Gefühl mit Fiete voranzukommen. Sechs Wochen absolutes Reitverbot. Ein Glück hatte ich Sina, sie hatte nun für fast zwei Monate ein eigenes Pferd und ich musste erstmal wieder fit werden. Ein Highlight bescherte mir jedoch noch die DKB , denn ich durfte beim Hamburger Derby auf der DKB- Fanbank platz nehmen und einen einmalig schönen Tag verbringen. Eine kleine Wiedergutmachung nach all dem Ärger.

Im Juni herrschte also absolutes Reitverbot, ich schaute also zu wie Fiete geritten wurde und Sina bekam zum Glück auch tolle Unterstützung von unseren anderen Stallmitgliedern. Ich nutzte die Zeit für viele schöne Familienmomente. Nach sechs Wochen ohne Reiten schwang ich mich dann, nach guter Heilung, Ende Juni zurück in den Sattel, voller Tatendrang dort anzuknüpfen wo wir aufhören mussten. So konnte es mir keiner mehr nehmen am 30.06. endlich wieder aufs Turnier nach Wohlesbostel zu fahren. Ich hatte alles perfekt organisiert, aber es goss in Strömen. Ich ließ mich nicht abhalten, nicht nach all dem was passiert war. Ich wollte nun die Chance nutzen und mich zurückkämpfen. Es war alles matschig, Fiete völlig hysterisch wegen Matsch, zu viel Wasser und vieler bunter Regenschirme. Trotzdem konnte ich ihn während der Prüfung für mich gewinnen. Es folgte ein guter Ritt unter schwierigsten Bedingungen. Wir bekamen eine 7,2 und konnten damit die Prüfung für uns entscheiden. Die Siegerehrung erfolgte aufgrund des schlechten Wetters ohne Pferd im Kuchenzelt und vor lauter Stolz ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, meine Ehrenrunde zu Fuß zu galoppieren. Was für ein Erfolg nach dem vorangegangen Monat. Ich konnte mein Glück kaum fassen!

(Teil 2 des Jahresrückblickes folgt)

Prost Mahlzeit!

Nun ist es soweit, leider neigt sich unsere Futtertestzeit dem Ende. Vorweg möchte ich mich bei den Firmen e-horses , BayWa und Pegus bedanken. Es war für mich eine tolle Möglichkeit zu testen, welches Futter zu Fiete passt und vor allem, der bei Fiete ausschlaggebendste Punkt – ob er das Futter überhaupt frisst. Dabei wurden wir stets professionell begleitet. DANKESCHÖN!

Aber erst mal von Anfang an. Welche Fütterungsprobleme gibt es bei Fiete?

Fiete hat keinerlei gesundheitliche Einschränkungen, weshalb ich auf seine Fütterung Acht geben müsste. Es gibt zig verschiedene Meinungen über die Pferdefütterung und es ist nicht so einfach, dabei den Überblick zu behalten. Genau deshalb bin ich besonders dankbar über diese einmalige Möglichkeit.

Fakt ist, Fiete ist zu dünn und es ist gar nicht so einfach ihn optimal zu versorgen. Vielleicht liegt es aber auch ein bisschen an seinem Alter, mit zarten sechs Jahren, kommt das „breiter-werden“ vielleicht erst noch?!? Zumindest hoffe ich das sehr. Bei unserer anfänglichen Fütterung von Heu und Hafer, hatte ich durchaus Probleme. Wir stellten schnell fest, dass dies nicht das richtige Futter für den jungen, wilden Fiete ist. Ich konnte mit Fiete kaum noch was anfangen. Er war glotzig und völlig überdreht. An normales Training war kaum zu denken, da ich nur damit beschäftigt war, das Pferdkind zu beruhigen, wenn es vor lauter gruseligen Dingen als Ausweg nur noch den Turbogang (auch Fluchtinstinkt genannt) sieht. Schnell merkte ich, dass ich eine Fütterungsalternative brauche und landete bei einer haferfreien Müslifütterung.

Dann bekam ich die freudige Nachricht, dass Fiete & ich als Futtertester ausgewählt wurden.

Nachdem ich, durch Beantwortung eines Fragenkataloges, genau offenlegte – wie Fiete gefüttert wird, wie das tägliche Training gestaltet wird und welche Besonderheiten es gibt, bekam ich für Fiete das Pegus Natural Müsli zusammen mit den Luzernecobs empfohlen. Dies funktionierte anfangs auch ganz gut, bis mein kleiner Mäkelfritze beschloss, zuerst die Luzernecobs und später auch das Müsli zu verschmähen. Die Luzernecobs mischte ich dann ab dem Fressverweigerungszeitpunkt mit Mash und seitdem fraß der feine Herr das Futter ganz wunderbar. Ich möchte fast sagen: „Er liebte seine Mash-Luzernecobs-Mischung.“


Mit dem Ende der Weidesaison und dem Fellwechsel kam es wieder, unser Problemchen mit dem Kotwasser. Auch hier wurde ich hervorragend beraten und mit Mineralfutter versorgt. Meine größte Befürchtung, dass er dieses nicht fressen würde, bestätigte sich diesmal ein Glück nicht. Also gab es nun zusätzlich einmal täglich 115 g Mineralfutter. Jetzt schien endlich mal Ruhe einzukehren, aber es kam natürlich anders und mein Sorgenkind hatte nun auf einmal keine Lust mehr auf das Natural Müsli und verschmähte nun auch dieses. Also fütterte ich nun mehr Mash+Luzernecobs und weniger Natural Müsli. Ich war am Ende. Wie soll ich Futter testen, wenn Fiete sich ständig überlegt das Futter doch nicht mehr fressen zu wollen?!? Wieder sorgte man für eine Lösung und ich durfte nun das Pegus Classic testen. Und siehe da (noch) frisst Fiete es!

Über die Naturallinie kann ich berichten, dass es eine tolle Qualität hat. Das Futter riecht, wie eine frischgemähte Heuwiese. Selbst mein Mann und meine Kinder hätten am liebsten mal gekostet, weil gerade das Mash bei der Zubereitung ganz hervorragend duftet. Über das Pegus Classic kann ich leider kein wirkliches Ergebnis präsentieren, da wir es gerade erst ein paar Tage füttern.

Fiete hat über den Fütterungszeitraum ganz tolle „Futterflecken“ bekommen, was wohl ganz eindeutig für die Qualität von dem Pegusfutter steht.

So sieht Fietes Fell nach 5 Wochen Fütterung der Pegus Natural Line aus.

Besonders freue ich mich, dass wir sogar in dem Testzeittraum zwei Schleifen für das #teampegus in A-Dressuren sammeln konnte. Fiete war in dem gesamten Testzeitraum fit und es mangelte ihm nicht an Energie. Was mir gut gefiel, dass er etwas ausgeglichener schien, als bei der Fütterung mit unserem vorherigen Futtermittel.


Danke, dass wir den gesamten Testzeitraum einen so kompetenten Ansprechpartner an unserer Seite hatten. Gerade mit so einem „Schlechtfresser“ war der Testverlauf alles andere als einfach. Uns wurde stets freundlich geholfen und wir bekamen alle Möglichkeiten, damit Fiete ein paar Kilo mehr auf die Rippen bekommt!


~ Ein Pferd muss fressen, wo es angebunden wird! ~ türkisches Sprichwort

Lederpflege

*** PRODUKTTEST ***


Jeder kennt es sicherlich, der teure Sattel, die teure Trense, das teure Auto mit seinen Ledersitzen. Man sagt sich: „Pflegen und hegen werde ich es, damit es mir lang erhalten bleibt!“ Aber ganz ehrlich – nach der ersten Euphorie verschwindet dieses lobenswerte Vorhaben im Dickicht des Alltages und mehr als ein schnelles „Drüberwischen“ bleibt bei mir oft nicht erhalten. Schade eigentlich! Ich hoffe, dass es beim ein oder anderen von euch besser läuft, als bei mir!

Wenn es dann mal soweit ist und ich mich ganz der Lederpflege verschreibe, stehe ich auf Produkte, die mir helfen mein Leder langlebiger und geschmeidiger zu machen und einfach in der Handhabung sind. Wegen meiner ständigen knapp bemessenen Zeit haben es mir kleine Alltagshelfer besonders angetan. Kleine Helferlein mit denen ich schnell und ohne großen Aufwand mal drüber wischen kann. Wie praktisch also, dass ich per Facebook von Bense & Eicke als Produkttesterin auserwählt wurde.

Testen durfte ich die Brilliantserie, bestehend aus Lederpflegetüchern, einer Ledercreme und einem Lederöl.

Besonders toll ist, dass ich die Produkte zum einen für mein Lederzeug beim Pferd und zum anderen für die Ledersitze in unserem Familienauto testen konnte. Gerade unser Auto bekommt viel zu wenig Pflege ab, obwohl es zum Transport von Pferd und Familie unverzichtbar ist. In unserem Auto habe ich alle drei Produkte einmal getestet.

Nach der Benutzung der Ledercreme wirkt das Leder dunkler und geschmeidiger.


Sehr praktisch fand ich hier das Lederpflegetuch. Es liegt jetzt immer im Auto bereit, falls sich mal wieder kleine Kindermatschschuhe an den Rückenlehnen der Vordersitze austoben. Mit einem Wisch sind alle Spuren dieser Übeltat bereinigt und gleichzeitig erhält das Leder noch eine Pflege.


Nachdem Sina diese schöne Tour durch die Pfütze gedreht hatte. Sah unser Sattelgurt so aus: 

Da gab es nur eine Lösung, das Brilliant Lederpflegetuch und zack war alles wieder sauber.

Die Anwendung des Tuches ist kinderleicht.
Der Unterschied kaum zu erkennen 😉

Auch hier habe ich zum direkten Vergleich ein Vorher-Nachher-Bild gemacht.

Als Fazit kann ich sagen, dass mich alle drei Produkte überzeugt haben. Auch ein von mir erwartetes, zu starkes rückfetten des Lederöls an den behandelten Sachen hat es ein Glück nicht gegeben.

Unsere Autositze sahen aus wie neu und freuen sich bestimmt schon auf die nächste Pflegeeinheit. Und auch unserem Sattelgurt tat die Pflegeeinheit sichtlich gut.

Vielen Dank liebes Bense & Eicke Team, dass ich eure Produkte testen durfte.

vertraut mir mein Pferd?

Unsere Welt dreht sich immer schneller, die Technik ersetzt immer mehr die Arbeit von Menschenhand. Auch im Reitsport dreht sich die Welt immer schneller. Hengste werden schnell noch von der Weide eingefangen, bekommen dann den Kulturschock ihres Lebens. Eben galoppierten sie noch in einer großen Gemeinschaft als „freier Vogel“ über eine große,weite Weide. Nun sind sie gefangen, eingesperrt in einer kleinen Box, entfernt von allen Freunden, die bisher ihr Leben bestimmten. Die Körung steht an und bis dahin ist nicht mehr viel Zeit. Im Hau-Ruck-Verfahren muss dieser junge Pferdekopf alles verarbeiten, was da auf ihn einprasselt. Fremde Geräusche, Gerüche, neue zweibeinige Wesen, die irgendwelche komischen Dinge verlangen und vieles mehr. Zeit ist Geld, auch im Pferdesport. Jeder zusätzlich Monat Beritt ist eine zusätzliche Kostenlast. Ist es richtig, dass dieses noch gar nicht gefestigte Wesen sich nun mit Artgenossen in einem Auswahlverfahren messen muss? Beurteilt wird nach Kriterien die für die Zucht wertvoll sein sollen, obwohl man das doch bei einem Pferd nach maximal sechs Monaten in Menschenhand wohl schwer einschätzen kann.

|hardcopy|2011/09/13 07:39:56 f82615 WKS66131

Da lande ich bei uns in Niedersachsen, kurz vor Hamburg, in einem kleinen Stall mit acht Pferden. Bei uns ist es ruhig. Wir betreiben das Reiten als Hobby, neben unseren Berufen. Wir müssen also kein Geld mit den Pferden verdienen, sondern wünschen uns einen Partner, der uns ein Leben lang begleitet. Ich habe es also bei Fiete anders gemacht, habe mir Zeit genommen für meinen Traum vom eigenen Pferd. Von dem Traum ein Pferd beim Aufwachsen zu begleiten. Immer zu wissen was er so erlebt hat, um vielleicht mal besser einschätzen zu können, wann er wie reagiert.

018d1f937dd0f551f055f6bc9d23ef4a1ce5569802

Seitdem Fiete bei uns mit einem Alter von sechs Monaten einzog übten wir. Wir  übten Hufegeben und Auskratzen. Die ersten Male war das natürlich auch nicht ganz einfach. Fiete zappelte, ich durfte nicht loslassen. Erstmal nur den Huf kurz anheben, nur lernen, dass ich nichts böses von ihm möchte. Lernen sein Gleichgewicht zu halten, auf den übrigen drei Beinen. Heute klappt das im Schlaf, ich tippe das Bein nur kurz an und schon hebt er bereitwillig seinen Huf. Damals war es aufregend, nicht immer einfach gerade die hinteren Hufe festzuhalten, auch wenn er wild zappelt. Ein Glück hatte ich oft Hilfe durch die Stallbesitzer. Auch übten wir schon das Führen, gingen mit ihm bereits als Fohlen spazieren. Auch so ein kleiner Wildfang muss verstehen, dass er sich zu benehmen hat an meiner Hand. Natürlich bockte und stieg er auch mal an der Hand. Jedoch hatte ich das Gefühl die Sache schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen, denn noch war Fiete für mich händelbar, hatte sein heutiges Gewicht von 500 – 600 kg noch lange nicht erreicht. Würde er diese Dinge heute an meiner Hand ausprobieren hätte ich wohl kaum eine Chance.

01267b3265a54c8ede09ae8fb5e1f57e05d9249b6dFiete lernte schon von Anfang an Respekt und Vertrauen. Aus meiner Sicht ein Zusammenspiel, welches extrem wichtig ist für den weiteren Verlauf der Ausbildung. Ein Beispiel möchte ich euch noch erzählen. Als Fiete damals zu uns kam, kannte er ja nun den Herdenverband,in dem er bis dahin mit seiner Mutter gelebt hatte. Als ich ihn damals kraulte, wollte er mir auch etwas Gutes tun und fing an mich liebevoll zu beißen. So wie Pferdefreunde das halt untereinander machen. Da ich aber nun mal kein Artgenosse bin und man das als Mensch nicht sehr angenehm empfindet, musste er lernen anders zu genießen. Heute tut er das in dem er seine Oberlippe spitzt.

01037db985f7182e94523b6244a19434a0e975d36d

Der Grad zwischen Respekt und Vertrauen ist oft nicht besonders einfach. Ich kann auch nicht sagen ob ich in allen Situationen und zu jeder Zeit richtig regiere/ richtig reagiert habe. Aber ich glaube wir sind auf einem guten Weg! Diese Erkenntnis kam mir gestern, als ich Fiete an der Reithallentür parkte, auf ihm sitzend den Reißverschluß meiner Weste öffnete, die Weste auszog und sie an den Haken an der Reithallentür aufhängte. Für viele alte Hasen und von sich aus gelassene Pferde kein Problem, für mich ein riesen Erfolg. Da Fiete schnell explosiv reagiert, wenn er vor etwas Angst hat. Aber er stand da, war gelassen und reagierte so, als ob wir das bereits 1000 mal geübt hätten. Ein Zeichen, dass es mit dem Vertrauen zwischen uns wohl nicht ganz so schlecht steht.

 

Bildrechte: @powell83

Winterzeit – Pflegezeit

01a73a97c2ab392d286753ceb8b68760e94a51d093.jpg

Nicht, dass ich Fiete nur im Winter pflege, aber gerade im Winter ist mir die Pferdepflege noch wichtiger. Viele Probleme, die im Winter entstehen, können sicherlich etwas eingedämmt oder sogar ganz vermieden werden, wenn man vorbeugt. Die matschigen Paddocks, der längere Boxenaufenthalt und Matratzeneinstreu begünstigen die Vermehrung von Keimen und Bakterien. Die Hufe neigen zu Strahlfäule, die Fesselbeugen zu Mauke, die Deckensaison lädt Milben oder ähnliches praktisch dazu ein, sich zu vermehren. Ganz zu schweigen von Husten oder anderen Infekten.

Wie ihr in meinem älteren Artikel Erkältungszeit lesen könnt, hatten wir letztes Jahr wirklich große Probleme damit. Neben dem Husten hatte Fiete generell ein schwaches Immunsystem. Er zog alles an – von Milben über Mauke. Ständig hatte er neue Wehwehchen. Wir holten uns Hilfe bei der Jana von der  Tierheilpraxis Bahrenhop.

Liebe Jana, sei mir nicht böse, aber ich war anfangs wirklich sehr skeptisch, ob das überhaupt etwas bringt. Jana erstellte einen Plan – erst mit homöopathischen Mitteln und anschließend mit Schüsslersalzen. Natürlich wurde erstmal überhaupt nichts besser, eher im Gegenteil. Ich hatte das Gefühl, Fiete zog alles was Krankheiten betraf, magisch an. Dies ließ mich noch mehr zweifeln. Aber rückblickend kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat, diese „Alternative“ auszuprobieren. Fiete zieht nach Ende des Therapieplanes nicht mehr jede Kleinigkeit an und ist deutlich fitter als vorher. Wer also ähnliche Probleme hat, dem kann ich es nur ans Herz legen, probiert diesen Weg aus!

Aber nun möchte ich euch noch zeigen welche Produkte ich verwende, um bestimmten „Winter-Wehwehchen“ entgegen zu wirken.

Den Schweif pflege ich mit Equistar von Stassek. Auf dieses Mähnenspray schwöre ich schon seit Jahren und ich habe bisher kein anderes gefunden, dass mich so überzeugt. Den Schweif sprühe ich damit großzügig ein und kämme ihn dann. Ja ich weiß man soll den Schweif nicht kämmen, sondern nur verlesen, aber ich habe mein ganz eigene Technik entwickelt und habe bisher nicht feststellen können, dass der Schweif dadurch dünner wird. Eher im Gegenteil. Durch die regelmäßige Pflege, habe ich das Gefühl, der Schweif wird fülliger und glänzt sehr schön. Schon einige Male wurde ich auf Fietes schönen Schweif angesprochen 😉

011c9e8a144e34ae417466eb252ee736d35720d13b.jpg

 

 

Für die Fesselbeugen verwende ich die anti-Mauk Lotion von Loesdau. Gerade das weiße Bein von Fiete ist sehr empflindlich was Nässe und Schmutz angeht. Die Haut in den  Fesselbeugen ist schnell gereizt, gerötet, schuppig und wird krustig. Mit der Lotion ist die Haut deutlich geschmeidiger.

 

 

 

 

012bd3664f1ba1b3a40ccea47d92ac87760b0701b0

 

Für den Strahl verwende ich Kevin Bacons Hoof Solution. Damit wird der Strahl nicht so weich und es entsteht nicht so schnell Strahlfäule. Sehr praktisch ist der Pinsel, der sich im Deckel befindet. Trotzdem kleckert es leider immer etwas, deshalb empfehle ich es Plastikhandschuhe zu tragen bzw. ich reinige die Flasche nach jedem Gebrauch. Die Tinktur ist farblich nicht sehr ansprechend auch der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, aber hauptsache es hilft! Den Spruch „Keine Füße – kein Pferd!“ auf der Flasche finde ich sehr passend.