Ein etwas anderer Urlaub

Unser diesjähriger Urlaub sollte für uns alle etwas besonderes werden. Denn unsere Lieblingsreisezeit September können wir dieses Jahr letztmalig nutzen. In 2019 kommt das Minifräulein zur Schule und somit wird es einen Septemberfamilienurlaub in naher Zukunft für uns so nicht mehr geben. Wir fieberten auf unsere zwei Wochen Sizilien-Urlaub hin, verglichen immer wieder Mietwagenpreise und Ferienwohnungen. Für uns im Vorfeld schon immer eine tolle Einstimmung, mit viel Träumerei, wie unser Urlaub wohl so werden wird. Bestimmt wird er etwas ganz besonderes.

Der Urlaub wurde nun auch etwas ganz besonderes, aber ganz anders als wir es uns vorgestellt hatten. Eigentlich fing alles ganz nett an, der Minimann hatte zwar noch ein wenig mit einer abklingenden Bronchitis zu tun, weshalb wir uns die erste Tage oft gegen Badetage entschieden hatten. Dennoch liebten wir es, die Fischer zu beobachten, das rege treiben am Hafen zu erkunden und Ausflüge in nahe gelegenen Städte zu unternehmen.

Die archäologische Fundstätte in Selinunte konnten wir zu Fuß erreichen und die Kinder fragten mir Löcher in den Bauch. Den Minimann beschäftigte vor allem, ob denn hier auch die Dinosaurier gelebt hätten. Ähhmmm.. jaaa… natürlich haben sie das! Aber noch weit vor der Zeit, als die Leute damals anfingen solche Tempel zu bauen.

Da unser Ort eher klein war und wir ein wenig mehr von Sizilien sehen wollten, beschlossen wir unseren Aufenthalt um einen Tag zu verkürzen und buchten für den Montag (03.09.) ganz spontan eine Nacht in Palermo.

Am Samstag (31.08.) überlegten wir zu einer Saline in den Westen Siziliens zu fahren, kurz bevor es losging klagte das Minifräulein über Kopfschmerzen. Ich fühlte ihre Stirn, sie war heiß. Das Minifräulein fieberte. Vorbei waren alle Pläne und einer hütete nun immer mit dem Minifräulein das Bett, während der Andere mit kleinen Spaziergängen und Co. den Minimann bespaßte. Die nächsten Tage/ Nächte waren hart. Das Minifräulein fieberte mit über 40,5 Grad und hatte schlimme Fieberträume, wir machten die ganze Nacht über Wadenwickel, erfüllten ihr alle Wünsche und tagsüber gaben wir ihr einen Fiebersaft, damit sie sich wenigstens ein wenig erholen konnte. Das Ganze machten wir bis Montag durch und jedes Mal war die Hoffnung groß, das Fieber endlich bekämpft zu haben und endlich wieder einen normalen Urlaub machen zu können. Was wir nicht ahnten, es sollte alles noch viel schlimmer kommen.

Unter Fiebersaft schafften wir es ganz gut, von unserer Bleibe in Selinunte nach Palermo umzusiedeln, dort hatten wir eine wunderschöne kleine Wohnung direkt in der Innenstadt mit Blick auf den Hafen, wo täglich riesige Kreuzfahrtschiffe anlegten und auf der Dachterrasse befand sich ein wunderschöner kleiner Pool. Der die nächsten Tage zu meinem persönlichen Tageshighlight werden sollte.

Die Nacht in Palermo brach an und das Minifräulein fieberte weiterhin unglaublich hoch, sodass wir anfingen uns immer mehr Sorgen zu machen. Gemeinsam überlegten wir, wie wir nun weiter vorgehen wollten. Ein weiterer Tag hohes Fieber ging auf keinen Fall. Wir suchten im Internet nach Krankenhäusern und Informationen zu deutschsprachigen Ärzten in Palermo. Wir überlegten immer wieder hin und her, wie wir nun weiter handeln wollten. Wir wollten die Nacht abwarten und dann am nächsten Tag auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Nebenbei schrieb ich meinen Großonkel in Deutschland an. Er ist Kinderarzt und wir fragten um Hilfe. Er antwortete uns sofort und bestätigte unsere Pläne.

Mitten in der Nacht wachte das Minifräulein auf, sie musste nun auch noch spucken. Das brachte das Fass zum überlaufen. Wir machten auch den Minimann wach und fuhren zum Krankenhaus in die Notaufnahme. Beim ersten Krankenhaus waren wir nicht richtig und man schickte uns weiter in das Kinderkrankenhaus von Palermo. Zum Glück waren wir die Einzigen in der Notaufnahme und kamen sofort dran. Das Minifräulein war mittlerweile so entkräftet, dass sie nicht mal mehr allein laufen konnte. Die Verständigung vor Ort war leider nicht so einfach, aber ein Glück gibt es Übersetzungsprogramme (ein Hoch auf den technischen Fortschritt). Denn auf Sizilien sprechen die Wenigsten auch nur Ansatzweise Englisch, geschweige denn deutsch. Ein Glück konnte wenigstens die Ärztin Englisch, so dass wir uns mit ihr verständigen konnten. Man hing das Minifräulein sofort an einen Tropf, da sie völlig dehydriert war. Man nahm Blut ab und man erklärte uns auf englisch, dass der Hals etwas entzündet sei, allerdings hatte das Minifräulein uns gegenüber nie über irgendwelche Schmerzen (außer Kopfschmerzen) geklagt. Zwei Stunden würde es dauern, bis die Blutergebnisse vorliegen würden und dann würden wir wissen, ob man ein Antibiotikum verabreichen muss oder ob es ein Virus ist. Leider bestätigte sich eine bakterielle Infektion, so gab es nun über den Tropf zusätzlich ein Antibiotikum. Es war mittlerweile 5 Uhr morgens und der Minimann & mein Mann fuhren zurück in die Wohnung. Ich blieb völlig aufgewühlt allein beim Minifräulein zurück. Die nächsten Stunden waren schrecklich. Das Minifräulein schlief ein Glück immer wieder ein. Aber meine Gedanken kreisten um alles Mögliche und zudem war ich völlig fertig nach dieser ziemlich anstrengenden Nacht mit wenig Schlaf und den sich überschlagenden Ereignissen. Wie wollten wir das die nächsten Nächte machen? War es überhaupt möglich weiterhin in dem kleinen Zimmer in Palermo zu bleiben? Ist es überhaupt noch möglich den Urlaub so fortzusetzen, wie wir es eigentlich geplant hatten? Werden wir vorzeitig nach Hause fliegen müssen?

Mir stiegen Tränen in die Augen. Jeden Tag gehen wir arbeiten, um einmal im Jahr einen schönen Familienurlaub machen zu können. Warum musste das Minifräulein genau jetzt so sehr krank werden? Warum ist uns die Erholung, die ich mir so sehr herbeisehnte einfach nicht gegönnt? Anstatt am Strand den Kindern beim planschen zuzuschauen, saß ich mit zwei italienischen Müttern und ihren Jungs in einem kleinen Krankenhauszimmer. Die beiden Jungs husteten um die Wette. Natürlich brauche ich nicht erwähnen, dass auch sie kein Wort Englisch sprachen. Also konnte ich nicht mal die einfachsten Dinge mit ihnen austauschen. Denn für mehr als Ciao und Grazie reicht mein Italienisch nicht. Sie waren trotzdem herzallerliebst und mit Händen und Füßen erfragt, brachten sie mir sogar einen Cappuccino mit. Sie machten mir auch deutlich, dass ich mir keinen Sorgen machen brauche und ruhig mal wieder lächeln sollte. Tja wenn das mal in allen Situationen so einfach wäre. Wir konnten uns wirklich mit kaum jemanden verständigen, weder die Schwestern, noch irgendwer anders war in der Lage englisch zu sprechen. Beistellbetten für die Eltern gibt es in Italien leider auch nicht, die nächsten Tage sollte also ein blauer Plastikstuhl unser Ruheort sein. Auch ein Zusatzessen für die begleitenden Eltern gibt es nicht, wobei das Essen morgens aus abgepacktem Zwieback + Aprikosenmarmelade bestand und es mittags und abends das gleiche Essen gab, ein Stück Fleisch mit Kartoffeln oder Möhren. Zumindest für uns, denn als die Frau, die nach dem Essen fragte erfuhr, dass wir kein Italienisch sprachen, schrieb sie einfach für jeden Tag das Gleiche auf, ohne sich auch nur annähernd die Mühe zu machen, mit uns zu kommunizieren. Genauso reagierte auch leider immer wieder das Pflegepersonal. Die Hygienezustände im Krankenhaus waren unterirdisch und liegen weit unter dem deutschen Niveau. Im ganzen Krankenhaus habe ich leider (auch nicht auf den öffentlichen Toiletten) jemals eine Handseife gefunden, zum Glück bin ich nicht Herpesbläschen anfällig, denn ich habe mich selten vorher so oft geekelt und jemand der darunter leidet, hätte wohl spätestens nach einer Nacht im Krankenhaus, die komplette Lippe voller Bläschen gehabt.

Auch im Krankenhaus wird man quasi dazu gezwungen bei der vorherrschenden Plastikmüllverschwendung mitzumachen. So gibt es zwar Wasserflaschen, aber keinerlei Becher dazu. So bringt jede Familie (die Familien fallen übrigens gerade am späten Nachmittag heuschreckenartig ins Krankenhaus ein) ihre Plastikbecher und Plastikteller mit. So wird die Verwandtschaft mit Essen versorgt. Das war auch irgendwie unser Glück, denn sie versorgten auch uns mit einem leckeren selbstgemachten Nudelauflauf. Viele Zustände sind einfach ganz anders als in Deutschland. Dass es keine Zustellbetten für Eltern gibt, fand ich jedoch besonders befremdlich und um überhaupt irgendwie Schlaf zu finden, kroch ich in der einen Nacht einfach mit in Minifräuleins Krankenhausbett (ein Kinderbett mit den Maßen 60×120) Es war also keineswegs eine erholsame Nacht, aber wenigstens überhaupt ein wenig Schlaf für mich. Nachdem mein Mann die Nacht vorher beim Minifräulein im Sitzen schlafend verbracht hatte, was ich irgendwie fast ein bisschen wie Folter empfand und er nach dieser Nacht fix und fertig war.

Ein frischer Krankenhaus-Cappuccino
Auf dem Weg zum Krankenhaus mit dem Bus, durch Palermos Verkehrchaos

Glücklicherweise lernten wir Paola kennen. Sie war in Berlin aufgewachsen und lebt nun auf Sizilien. Ihre kleine Tochter hatte Fieberkrämpfe und so musste sie auch mehrere Nächte im Krankenhaus bleiben. Paola war für uns die Rettung! Sie übersetzte uns nun, was die Ärzte sagten und außerdem tat es unglaublich gut, sich mit jemanden, der unseren Lebensstil kannte und nachvollziehen konnte, auszutauschen. Auch sie warnte uns vor den Hygienezuständen und so stand für uns fest, dass wir nur so lange es wirklich nötig war im Krankenhaus bleiben wollten. Denn wirklich erholsam war der Aufenthalt für das Minifräulein nicht. Vor 24 Uhr kehrte nie Ruhe immer Zimmer ein. Generell herrschte immer ein großer Geräuschpegel, denn das leiseste Völkchen sind die Italiener nicht. Der Fernseher läuft 24 h; jeder hat ein Handy, auch der ca. 8 jährige Junge, der mit auf dem Zimmer lag, hatte bereits sein eigenes Smartphone. Auf diesem wird unentwegt YouTube geschaut, natürlich ist bei jedem der Lautsprecher dabei an, die Erfindung von Kopfhörern ist wohl an den Italienern vorbeigegangen; dann ist mind. immer ein weiteres Familienmitglied zu Besuch und mit dem wird sich lautstark ausgetauscht. Vieles läuft einfach ganz anders als in Deutschland und dennoch war es ein Einblick in dieses Land, den wir wohl so nie bekommen hätten. Und nach solchen Erfahrungen weiß man so einen Urlaub und die damit verbundene Erholung doch gleich viel mehr zu schätzen.

Besonders schlimm war es, wenn die Krankenschwestern Blut abnahmen oder einen neuen Zugang legten. Das Minifräulein so zu sehen brach mir fast das Herz. Der Arm wurde mit etwas abgebunden, das aussah wie ein alter Luftballon und spätestens dann fing sie an zu schreien. Leider hat sie auch wie ich ziemlich versteckte Venen und so mussten wir diese Tortour gleich mehrmals durchstehen. Ich versuchte immer sie so gut es ging abzulenken, was natürlich in ihrer panischen Angst vor den Schmerzen gar nicht so einfach war. Generell machten viele Schwestern einen eher wenig einfühlsamen Eindruck auf mich, ob es an der Sprachbarriere lag oder generell so ist kann ich nicht einschätzen. Uns war auf jeden Fall klar, wir wollten, wenn es nicht absolut notwendig wäre, keinen Tag länger in dem Krankenhaus bleiben.

Wir hielten es nicht mehr aus und verließen auf eigenen Wunsch am 06.09. das Krankenhaus. Die letzten 2,5 Tage waren einfach unglaublich anstrengend für uns alle und wir wollten uns nun endlich ein wenig an unserem eigentlichen Urlaubsort erholen. Die Entscheidungen war für uns alle goldrichtig. Das Minifräulein kam endlich dazu sich richtig gesund zu schlafen und auch die Einnahme des Antibiotikum als Saft klappte viel besser als erwartet und so konnten wir wenigstens die verbleibenden 4 Tage unseren Urlaub ein wenig genießen. Ein Urlaub, den wir wohl so schnell nicht wieder vergessen werden und der auf seine ganz eigene Art und Weise besonders war.

Unser Aufenthalt in Avola war trotzdem wunderschön, nur leider durch die Krankenhaustage deutlich kürzer als vorab geplant. Eine Bootstour und die Stadt Siracusa waren zwei besondere Highlights.

Jahresrückblick Teil 1

Ein Jahr geht und ein Neues steht ganz frisch vor mir. Für mich bedeutet ein Jahreswechsel keine große Veränderung, aber ich mag es, diesen besonderen Zeitpunkt zu nutzen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, sich auf das neue Unbekannte einzulassen und freue mich auf alle Überraschungen, die das neue Jahr mit sich bringen wird.

Es war viel los im vergangen Jahr und ich versuche euch einen kleinen Überblick von dem zu geben, was mich beschäftigt hat. Ich versuche mich auch kurz zu fassen.

Das war 2017

Der Januar startete sehr eisig und dennoch nutzen wir einen dieser kalten, aber schönen Tage, um ein paar tolle Bilder zu machen. Fiete ist bei den kalten Temperaturen besondern energiegeladen und dadurch manchmal gar nicht so einfach zu händeln. Aber dadurch ist es immer eine neue Herausforderung aus der ich immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen kann.

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Sehr untypisch für Januar begann ich mit einem regelmäßigen Lauftraining, welches mir im gesamten Jahr zu deutlich mehr körperlicher Fitness verholfen hat. Immer mit dabei meine zwei Wichte, denn Laufen kann man auch mit Kindern! Sie machten es sich im Croozer gemütlich und ließen sich durch die Gegend schieben.

Ende Januar machten wir dann noch ein spontanes, verlängertes Wochenende im Harz, um dort die schöne verschneite Landschaft zu genießen.

Im Februar plante ich den Abzeichenlehrgang im RV Horneburg durch, damit er dann schon bald im April starten konnte. Auch beschäftigte ich mich (neben dem regelmäßigen Lauftraining, Fiete und meinem „normalen“ Job) mit der Suche nach Pferdeanhängern und der Planung für meinen 30. Geburtstag. Ich wünschte mir so sehr einen eigenen Pferdeanhänger, um endlich unabhängig von anderen, mit Fiete überall hinfahren zu können. Bei der Suche nach Pferdeanhängern stellte ich schnell fest, dass gebrauchte Pferdeanhänger immer noch sehr teuer sind und entschied für mich, dass es dann für ein wenig mehr Geld lieber ein neuer Anhänger sein sollte. Ende Februar wurde ich dann noch zum ersten Mal Tante von dem kleinen Emil.

Der März startete mit einem Krankenhausaufenthalt für unseren Minimann um seine Nahrungsmittelallergie (Anaphylaxie) zu testen. Getestet wurden Erdnüsse und leider reagierte er darauf. An dem ersten Märzwochenende nahm ich an einem Dressurlehrgang in einem anderen Reitverein teil.

Am 6.März wurde ich 30 Jahre alt, dies wurde an dem folgenden Wochenende mit einer kleinen, aber feinen 90er Party gefeiert. Eine Woche später war es soweit ich fuhr zur Zulassungsstelle und durfte mich ab nun stolze Pferdeanhängerbesitzerin nennen.

Sina (meine allerbeste Reitbeteiligung) nutze die Zeit für einen Lehrgang bei Christina von Hello Horses , damit Fiete auch niemals langweilig wird! Mitte März folgte dann das zweite Dressurlehrgangswochende für mich. Denn ich wollte gut vorbereitet in die neue und unsere erste richtige Turniersaison starten. Ende März war es dann auch schon so weit und ich startete mit der besten Crew (meinem Mann + Sina) zu unserem ersten Turnier in Sieversen. Fiete 24.03.2017-6

Fiete war ein hochexplosive Kanonenkugel und ich ein nichteinwirkender Beifahrer. Sina starb bereits fast allein vom Zuschauen. Die Leute um uns herum nahmen viel Rücksicht und man sah uns an, dass wir keine Routiniers sind. Ich war trotzdem stolz, dass wir uns dort durchboxten und war einfach nur froh, dass wir den ersten Turnierstart unbeschadet überlebten. Die Wertnote war schlecht, aber für das,  was wir dort nicht zeigten, völlig gerechtfertigt. Fiete 24.03.2017-14Fiete 24.03.2017-11

Im April startete ich mit viel Familienzeit, weil mein Mann leider sehr viel arbeiten musste. Mein Reitabzeichenlehrgang begann und nun hieß es rund 30 Prüflinge gut auf ihre bevortsehende Abzeichenprüfung vorzubereiten.

Ich beschränke mich dabei aus zeitlichen Gründen auf die theoretische Vorbereitung und überlasse den praktischen Teil Mathilde Klausberger , diese Zusammenarbeit hat sich als erfolgreich herausgestellt und so konnten am Ende fast alle Teilnehmer überglücklich ihr Abzeichen in Empfang nehmen. Ich nutzte die Zeit für die Abzeichenvorbereitung ebenfalls dazu, die Kindergartengruppe meiner Tochter in die Welt der Pferde zu entführen.

Zwischen der ganzen Organisation fuhr ich erneut zu einem Turnier, auch dort waren wir eher wild und ohne Glanzleistung unterwegs. Aber auch dort sammelte ich wieder Erfahrung.

Am 20. April feierten wir Fietes sechsten Geburtstag und es entstanden tolle Fotos.

Das letzte Aprilwochenende stand dann wieder ein Turnier an, endlich begann ich Fiete zu reiten und dies wurde dann auch gleich mit einer 7,4 belohnt und bedeutete für uns den vierten Platz in einer A-Dressur, ich war den Tränen nahe und einfach nur unglaublich stolz. So richtig auskosten konnte ich die Platzierung nicht, denn es herrschte Stress, Minifräulein sollte an diesem Tag noch ihre allererste Führzügelklasse starten und wir hatten wenig Zeit, um Fiete wegzubringen und das Führzügelpony abzuholen. Ein unglaubliches Wochenende an das ich mich noch ewig erinnern werde!

Vielen Dank Sina und Mette für eure tolle Turnierbetreuung ❤ Ich hätte es ahnen sollen, nach so einem Höhepunkt folgt oft ein tiefer Fall.

Der Mai begann mit einem schönen Ausritt mit vielen Pferden aus unserem Reitverein. Es gab einen Sekt bei Sonnenschein, auf die erste Platzierung. Alles war perfekt, bis die Kinder eine dicke Erkältung einschleppten. Ein Husten quälte mich und nach einem starken Hustenanfall hatte ich plötzlich ein komisches Gefühl an meinem Bauchnabel. Ein Besuch in der Notaufnahme brachte Gewissheit, ich hatte einen Nabelbruch, der operiert werden musste.

Meine kleine Welt stürzte zusammen, die kommenden Turniere und die damit verbundene Turniersaisonplanung konnte ich streichen. Ich war so unendlich traurig, endlich war ich fit wie nie und hatte endlich das Gefühl mit Fiete voranzukommen. Sechs Wochen absolutes Reitverbot. Ein Glück hatte ich Sina, sie hatte nun für fast zwei Monate ein eigenes Pferd und ich musste erstmal wieder fit werden. Ein Highlight bescherte mir jedoch noch die DKB , denn ich durfte beim Hamburger Derby auf der DKB- Fanbank platz nehmen und einen einmalig schönen Tag verbringen. Eine kleine Wiedergutmachung nach all dem Ärger.

Im Juni herrschte also absolutes Reitverbot, ich schaute also zu wie Fiete geritten wurde und Sina bekam zum Glück auch tolle Unterstützung von unseren anderen Stallmitgliedern. Ich nutzte die Zeit für viele schöne Familienmomente. Nach sechs Wochen ohne Reiten schwang ich mich dann, nach guter Heilung, Ende Juni zurück in den Sattel, voller Tatendrang dort anzuknüpfen wo wir aufhören mussten. So konnte es mir keiner mehr nehmen am 30.06. endlich wieder aufs Turnier nach Wohlesbostel zu fahren. Ich hatte alles perfekt organisiert, aber es goss in Strömen. Ich ließ mich nicht abhalten, nicht nach all dem was passiert war. Ich wollte nun die Chance nutzen und mich zurückkämpfen. Es war alles matschig, Fiete völlig hysterisch wegen Matsch, zu viel Wasser und vieler bunter Regenschirme. Trotzdem konnte ich ihn während der Prüfung für mich gewinnen. Es folgte ein guter Ritt unter schwierigsten Bedingungen. Wir bekamen eine 7,2 und konnten damit die Prüfung für uns entscheiden. Die Siegerehrung erfolgte aufgrund des schlechten Wetters ohne Pferd im Kuchenzelt und vor lauter Stolz ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, meine Ehrenrunde zu Fuß zu galoppieren. Was für ein Erfolg nach dem vorangegangen Monat. Ich konnte mein Glück kaum fassen!

(Teil 2 des Jahresrückblickes folgt)

Kinder in den sozialen Medien

Über dieses Thema gibt es die verschiedensten Einstellungen. Einige halten ihre Kinder komplett raus, aus dieser virtuellen Welt. Andere teilen fast alles mit ihren Mitmenschen, jeder Pups, jede Krankheit, jeder Moment wird festgehalten und veröffentlicht. Wiederum andere packen ihre Kindern Emojis übers Gesicht, um ihre Kinder unkenntlich zu machen und sie damit vermeintlich zu schützen. 

Wie handhabe ich es und was denke ich über die solzialen Medien? Warum dürft ihr meine Kinder komplett sehen? 


Warum ich meine Kinder emojifrei und in ihrer vollen Schönheit präsentiere, hat den Grund, dass ich es merkwürdig finde ihnen irgendwelche komischen Zeichen aufs Gesicht zu packen. Das wäre als wenn ich Fietebilder mit Emojikopf posten würde. Wenn man uns im wahren Leben trifft, sind meine Kinder auch ganz zu sehen und ich kann sie nicht davor beschützen, wer sie ansieht und wer nicht, sondern jeder kann ihnen ins Gesicht schauen. Zudem liebe ich meine beiden Minimenschen wie sie sind. Ich möchte der virtuellen Welt einfach zeigen, dass sie dazugehören, sie gehören zu meinem Leben, zu meinem Alltag. Ich muss euch nicht alles über sie erzählen und jeden Miniaugenblick mit euch teilen, viele Momente genießen wir in Ruhe. Familienmomente die nur wir erleben und von denen es nur für uns Erinnerungsfotos geben soll. 


Mir ist bewusst, dass auch gerade die Anonymität des Internets einige dazu verleitet, sich komische, fiese Sachen auszudenken und zu machen. Aber bin ich davor geschützt, wenn ich keine Kinderbilder poste?!? 

Auch bringen viele das Argument, dass die Kinder selbst entscheiden sollen, wer, wann, welche Bilder von Ihnen sieht. Diese Einstellung ist auch völlig okay. Aber aktuell freut sich meine Tochter darüber, wenn ich Fotos von ihr mache und diese mit euch teile. Natürlich freut sie sich darüber nicht mit der Weitsicht, die wir Erwachsene über das Thema soziale Medien haben, aber sie freut sich für den Moment. Und ich freue mich, wenn sie sich freut. Auch zu meiner Kinderzeit gab es bereits Fotos. Ich konnte damals auch nicht mitbestimmen, wem meine Eltern Fotoalben zeigten, in dem Fotos von mir drin waren. Und hat mich das in irgendeiner Weise unglücklich gemacht?!? 

Zudem habe ich auch noch kein Profil gefunden, welches ständig uralte Fotos aus der Kindheit postet und alles nachholt, was die Eltern damals nicht veröffentlicht haben. Es würde wahrscheinlich auch kaum jemanden interessieren, was man damals gemacht hat, als man noch Windeln trug, noch nicht sprechen konnte und erst laufen lernen musste. Wir leben jetzt und heute und ich persönlich möchte euch an meinem aktuellen Leben teilhaben lassen. Euch zeigen was mich aktuell beschäftigt und bewegt. 

Dieses Thema, ist ein schwieriges Thema, zu dem es sehr viele verschiedene Meinungen gibt. Und jeder soll auch seine eigene Meinung dazu haben, denn schließlich ist jeder von uns anders, als der Andere.

Ich persönlich, möchte euch gern wissen lassen, dass man so ein zeitintensives Hobby, wie das Reiten, auch als Mama fortführen kann. Natürlich ist das nicht immer leicht und gerade ohne familiäre Unterstützung in der Nähe oft eine große Herausforderung. Auch steht mein Mann zwar immer hinter mir, doch hat er für das Thema Pferde nicht viel übrig und zusätzlich auch noch eine Pferdeallergie. 🙈 Er unterstützt mich soweit ihm das moglich ist, aber auch oft mit dem O-Ton „Du und dein Luxushobby“
Ich brauche für mich diesen Ausgleich, mit meinem Pferd, um glücklich zu sein. Wer einmal dem Pferdevirus verfallen ist, versteht bestimmt zu gut was ich damit meine. Ich bin der Meinung, dass Kinder spüren, ob ihre Mama glücklich ist. Dieses Glücksgefühl möchte ich meinen Kindern mit auf ihren Lebensweg geben. Ihnen mitgeben, dass man selbst für sich entscheiden muss, was einen glücklich macht und dafür kämpfen sollte. Und da mich mein Pferd und meine Familie glücklich machen, möchte ich euch keinen meiner Glücksmacher vorenthalten. 


Leider findet man in der glamourösen Reitwelt wenig über die Familie hinter den Frauen/Sportlerinnen und genau dort will ich euch einen kleinen Einblick verschaffen. In meine kleine Welt mit Familie und meinem Traumpferd Fiete. 

Family unplugged

Bereits im Frühjahr 2016 wurden wir von dem Team von Family Unplugged besucht und es wurde ein kleiner Bericht über uns als Familie gedreht. Zuvor  wurde im Internet aufgerufen sich per Mail zu melden und zu schildern welche Dinge seinen Familienalltag prägen, bei uns gibt es vieles zu berichten, also verfasste ich schnell eine Mail. Ich schilderte Dinge, die unseren Alltag ausmachen  und Dinge die das Leben als Familie in Deutschland erschweren. Wir sind keine „Jammerer“ oder „Pessimisten“ wir versuchen aus allem immer das Beste zu machen, auch wenn das nicht immer einfach ist. 

Alles, nur nicht normal 😉

Auf eine Stelle im Film möchte ich besonders hinweisen, da sie schnell falsch verstanden werden kann. Ich komme zu der Aussage, dass Alleinerziehende so einen Alltag ja auch wuppen. Das soll auf keinen Fall heißen, dass wir uns trennen wollen oder Ähnliches 😉 Das war eher darauf bezogen, dass ich viel alleine bin und mir die Frage gestellt wurde: Wie ich das denn alles schaffe? 

Ich hoffe euch gefällt der sehr persönliche Beitrag. Ich weiß, dass nicht viele meine Einstellungen teilen, aber ich bin stolz auf alles was wir haben und freue mich auf unsere Zukunft. 

Hier nun der Link: Family unplugged – Fanni und Paul

Kleiner Kämpfer

Die zweite Schwangerschaft

Eigentlich verlief meine zweite Schwangerschaft an sich normal. Ich hatte zwar wieder mit Kreislaufproblemen und vorzeitigen Wehen zu tun, aber das Spielchen kannte ich bereits aus der ersten Schwangerschaft. Ich musste viel liegen und das Liegen empfand ich auch am angenehmsten. Von den Wehen merkte ich nichts, auch wenn das CTG immer ordentlich ausschlug. 

Meine Tochter wurde am 18.12.2014 zwei Jahre alt, wir feierten nur ganz klein als Familie. In der Nacht zum 19.12.2014 musste ich schon einige Male mit Durchfall zum Klo, dachte mir aber nichts weiter dabei. Mein Schwester hatte sich glücklicher Weise (sie hat wohl einen siebten Sinn) den 19.12.2014 frei genommen. Morgens ging es mir immer schlechter. Ich rief erst bei ihr an und anschließend gleich beim Frauenarzt. In kürzester Zeit war sie bei uns, half mir meine Tochter für die Krippe fertigzumachen und kutschierte mich dann erst zur Krippe und anschließend zum Frauenarzt.

Alles kein Problem

Beim Arzt angekommen wurde ich ans CTG gehangen und hatte schon ziemlich starke Wehen. Ich schilderte dem Arzt, dass ich Durchfall habe und es mir nicht besonders gut geht. Er sagte, das alles sei kein Problem, es könnte jedoch sein, dass ich mir einen Virus eingefangen habe. Ich solle nach Hause fahren und mich nochmal hinlegen. Da der Arzt tiefenentspannt war machte ich mir keinerlei Sorgen, denn schließlich war bis zum ET am 27.01.2015 noch eine Menge Zeit. Das Spielchen mit stärkeren Wehen hatte ich ja vorher auch immer Mal wieder, also brauchte ich mir keine Sorgen machen. Mein Mann kam an diesem Tag nach seiner letzten Abschlussprüfung, glücklicher Weise, früher nach Hause. Gegen Mittag fragte er mich ob ich irgendetwas haben wollte. Ich fühlte mich nach der Fahrt zum Frauenarzt allerdings einfach nur schlapp und wollte ins Bett. Bat ihn aber noch um einen Tee. Ich trank den Tee und schlummerte kurz ein. Um dann kurz darauf heftig zu erbrechen, nun fühlte ich mich noch schlechter als vorher. Ich sagte ihm, dass ich nicht mehr könne und wir doch lieber ins Krankenhaus fahren sollten. Meine Schwester blieb zu Hause und sorgte sich um unsere Tochter, die bald aus dem Kindergarten abgeholt werden musste.

Im Krankenhaus

Im Krankenhaus angekommen, ging es sofort in den Kreißsaal. Die Wehen wurden immer stärker, aber auch Übelkeit und Durchfall hielten leider weiter an. Die folgenden Ultraschalluntersuchungen empfand ich als Qual, da das Liegen auf dem Rücken in dem Moment sehr unangenehm war. Die dort anwesende Assistenzärztin sprach in gebrochenem Deutsch und war wenig, bis gar nicht, einfühlsam. Sie brabbelte irgendwas von, da müssen wir sowieso einen Kaiserschnitt machen usw. Anschließend wurde ich von einem anderen Arzt untersucht und der sagte: „Das wird schon, ein Kaiserschnitt sei nicht nötig.“Was ich in dem Moment beruhigend fand. Also landeten wir nun endlich in „unserem“ Kreißsaalzimmer. Die Zeit verging für mich gefühlt überhaupt nicht und ich war durch das Erbrechen und den Durchfall bereits vor der Geburt körperlich am Ende. Als mein Mann mir auch noch sagte, er müsse sich mal was zu Essen holen, wollte ich ihn zuerst gar nicht gehen lassen. Sah dann aber doch ein, dass er, nur mit einem Frühstück im Magen (wir hatten es bereits 14 Uhr), die noch vor uns liegenden Stunden, schwer durchhalten würde. 

Die zuständige Hebamme war immer nur kurz bei uns, steckte den Kopf durch die Tür und fragte, ob alles okay sei. Naja ging so, eine Hebamme, die bei mir ist, wäre schön, dachte ich. Da die arme Frau mehrere Geburten gleichzeitig betreute, konnte sie gar nicht anders. Ich fragte noch nach einer PDA, da sagte sie nur:“Dafür ist es schon zu spät.“ Na toll! Also irgendwoher die letzten körperlichen Reserven nehmen und durchhalten.

Auf einmal ging es schnell

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Und plötzlich ging alles sehr schnell. Nach nicht mal vier Stunden im Krankenhaus kam unser kleiner Leo auf normalem Weg zur Welt. Er wurde mir auf den Bauch gelegt, doch plötzlich wurde es um uns herum ganz hektisch, er wurde auf einmal ganz blau, er atmete nicht richtig. Die Hebamme und die Schwester reagierten schnell und nahmen ihn sofort wieder an sich und rannten mit ihm aus dem Zimmer. An die folgenden Minuten kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern. Ich selbst war körperlich so am Ende, dass ich wohl gar nicht fassen konnte, was da gerade passierte. Die Schwestern kamen wieder und sagten er müsse jetzt erstmal versorgt werden. Da auch ich ziemlich schwach und völlig ausgetrocknet war, wurde ich erstmal an einen Tropf gehangen. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite und wir unterhielten uns ein wenig. Auch er war sehr verunsichert. Leo musste erstmal in einen „Brutkasten“. Sie brachten ihn uns nochmal in dem Kasten vorbei, damit wir ihn wenigstens noch einmal sehen konnten. Danach nahmen sie ihn erstmal mit auf die Neugeborenenintensiv (die sich glücklicher Weise direkt in dem Krankenhaus befindet) Ich wurde auf die Station verlegt und bekam aufgrund des Verdachtes auf Norovirus ein Einzelzimmer. Darüber war ich sehr froh, denn erstens hatte ich dort meine Ruhe und zweitens wäre es wohl das Schlimmste gewesen, sich das Zimmer mit einer glücklichen Mutter mit Baby im Arm teilen zu müssen. Mein Mann begleitete mich noch. Er ging dann noch mit den Ärzten zur Neugeborenenintensiv, bis er mich dann noch völlig erschöpft gegen 23:00 Uhr anrief und mir sagte, dass er nun auf dem Heimweg sei. Das Gespräch war sehr beklemmend, da er sich große Sorgen um unseren Sohn machte. Mit dem Gefühl von einer großen Ungewissheit, weinte ich mich in den Schlaf. (Und muss gestehen, dass während ich hier schreibe, wieder Tränen über meine Wangen kullern)

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Warten, warten, warten…

Ich hatte mir tatsächlich einen Norovirus eingefangen. Mein Mann und auch alle anderen Besucher mussten sich bei jedem Besuch grün „einkitteln“ und alles sorgfältig desinfizieren. Spätestens nach einem Besuch auf der Neugeborenenintensiv, ist man ein wahrer Desinfektionskünstler. Aber daran war für mich noch gar nicht zu denken, da ich mit dem Norovirus natürlich hoch ansteckend war und somit nicht auf die Neugeborenenintensiv durfte. Die netten Schwestern hatten sehr viel Mitleid mit mir. Sie machten Fotos von Leo und brachten mir diese dann. Nach zwei langen Tagen, war es endlich soweit, ich durfte endlich zu meinem Baby. Als ich dann bei ihm war, kullerten wieder die Tränen. Da lag er, in dem großen Inkubator, zugeklebt mit Schläuchen, alles um ihn herum piepte und surrte. Ein großer Monitor zeigte die verschiedensten Zahlen, mit denen ich anfangs überhaupt nichts anfangen konnte. Die Schwestern der Station waren sehr nett und nach ein paar Stunden auf der Intensivstation, ging ich wieder allein auf mein Zimmer. Ich war erschöpft von allem. Die ganze Situation war so anders als ich es mir vorgestellt hatte. Nach und nach wurde alles ein Glück etwas normaler. Obwohl ich es schlimm fand nicht jederzeit mein Baby in den Arm nehmen zu können. Ich durfte zwar jederzeit auf die Station, jedoch konnte Leo viele Sachen noch nicht allein und war deshalb auf den Brutkasten und die vielen Schläuche angewiesen. Ich pumpte Milch ab, damit Leo wenigstens ab dem Zeitpunkt, wo keine Ansteckungsgefahr mehr bestand, Muttermilch bekommen konnte. Diese wurde ihm dann über eine Magensonde gegeben. Auch ich fütterte ihn so ab und zu. Ich beschloss selbst nicht länger im Krankenhaus zu bleiben, da einerseits Weihnachten vor der Tür stand, andererseits ich sowieso vor Ort nicht viel machen konnte. Denn Leo konnte nicht lange außerhalb seines Kastens sein, zum Kuscheln blieb uns immer nur eine halbe Stunde. Die ganze Situation war auch so anstrengend, dass ich mich nach unserem gemütlichen zu Hause sehnte.

Meine Familie kam über Weihnachten zu Besuch (alle wohnen über 300 km entfernt), alle die Leo besuchten klappten auf der Neugeborenenintensiv reihenweise ab. Die warme Luft, die ganzen Geräte und Informationen, das war einfach zu viel. Wir fuhren nun zweimal täglich ins Krankenhaus und besuchten unseren kleinen Leo. Milch pumpte ich immer genügend ab, so dass er gut versorgt werden konnte. Ich versuchte ihn so oft wie möglich vor Ort zu stillen, der kleine Kerl war jedoch meist so erschöpft, dass nicht besonders viel dabei rauskam.

 Die Schwestern auf dieser Station leisten einen großartigen Job und waren stets verständnisvoll und fürsorglich. Ich hatte keinerlei Bedenken Leo bei Ihnen zu lassen. Trotzdem dachte ich natürlich die ganze Zeit an mein Baby und fieberte jedem nächsten Aufenthalt entgegen, wir durften jederzeit zu ihm und waren teilweise bis morgens zwei Uhr bei ihm. Jedes Mal hoffte ich, die Ärzte würden uns endlich sagen, dass es ihm deutlich besser geht und wir ihn endlich mit nach Hause nehmen können.

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Nach Hause

Bevor ich Leo mit nach Hause bekam, musste ich zwei Tage lang mit ihm zusammen auf der Kinderintensivstation bleiben. Man wollte sehen ob ich das mit ihm hinbekomme. Ich selbst empfand/empfinde das ziemlich übertrieben, da ich ja bereits ein Kind hatte und zudem ja auch eine Hebamme hatte die uns betreute. Aber die Ärzte im Krankenhaus wollten wohl auf Nummer sicher gehen. Nach 2,5 langen Wochen war es endlich soweit und wir durften unseren kleinen Sohn endlich mit nach Hause nehmen. Wir waren so unendlich glücklich endlich zu viert zu sein!

Schlusswort

Ich möchte mit meiner „Geschichte“ niemandem Angst machen. Nur vielleicht einen Anstoß geben, sich Gedanken zu machen, welchen Ort man für seine Geburt wählt. Ich selbst hätte niemals mit solchen Komplikationen gerechnet und bin überglücklich, dass bei unserem kleinen Leo so schnell gehandelt werden konnte. Wer weiß wie es hätte verlaufen können, wäre keine kompetente Versorgung vor Ort gewesen. Unser Leo ist heute ein glücklicher, kleiner, frecher Junge. In gut einem Monat feiern wir seinen zweiten Geburtstag und freuen uns schon riesig auf seinen weiteren Lebensweg!

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