Da geht er so langsam dahin, der erste Tag des Jahres. Ob er etwas besonderes war? Nein. Warum bekommt er dann einen eigenen Blogpost? Weil er aus Dingen besteht/bestand die mich manchmal zur Verzweiflung bringen und mir aber wiederum, schon im nächsten Moment, ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Dinge die mein Leben ausmachen.


Da liege ich nun, in der schönen warmen Badewanne. Zeit für mich, Zeit mich zu erholen, Zeit mal durchzuatmen. Diese Zeit dauert knappe 5 Minuten, da schreit es durch den Flur: „Mama, mein Teddy ist weg.“ Minifräulein teilt dem Rest der Welt lautstark mit, dass der Teddy in den Weiten ihrer Bettdecke verschwunden sei. Ich bitte sie, aus der Badewanne rufend, um Ruhe und sage, dass ich mich gleich darum kümmere. In diesem Moment noch in der Hoffnung, dass sie sich durch meine Aussage erstmal beruhigt und wieder zurück in ihr Bett krabbelt. Doch da öffnet sich schon die Badezimmertür, mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht steht sie vor mir „Boah! So viel Wasser?!? Das nächste Mal möchte ich auch so viel Wasser haben, otay?“

Von der lautstarken Suche nach Teddy, ist nun auch leider der Minimann wieder erwacht und ich höre ihn aus seinem Zimmer weinen. Hart schlage ich auf dem Boden der Realität auf, vorbei ist die Zeit für mich. Aus der gemütlichen Badewannenzeit, wird ein schnelles Haarewaschen unter Dusche. Die Dusche befindet sich glücklicherweise in unserer Badewanne. Also war das Badewasser wenigstens nicht ganz umsonst. Schnell noch zwei Handtücher umgeworfen und dann mit wehenden Fahnen zum weinenden Minimann. Trösten, beruhigen, noch ein paar ernste Worte mit dem Minifräulein reden. So schön hatte ich mir den Rest des Abends vorgestellt. In Ruhe baden, noch ein wenig auf der Couch lümmeln, mit meiner besseren Hälfte wenigstens noch ein paar Nachrichten schreiben, mich über die 400-Follower-Marke auf Instagram freuen. Aber allein diese Gedanken an einen perfekten Abend, verleihen meiner Realität etwas Sternenglanz und lassen das alles nur halb so schlimm auf mich wirken. Es ist die Einstellung zum Leben, die wirkt, diese lässt uns das Leben so empfinden, wie wir es empfinden wollen.

Das neue Jahr beginnt


Nun aber mal ganz von Anfang an. Es erscheint die große Uhr auf unserem Fernsehbildschirm. Wir zählen gemeinsam runter 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1… Prost! Umgeben von meinen Liebsten stoßen wir auf das neue Jahr 2017 an. Wir gehen hinaus auf die Straße. Knallen ein wenig und schließlich ist Minifräulein von diesem spannenden Abend so fertig, dass ich sie ins Bett bringe. Ich räume noch schnell ein wenig auf, bevor ich selbst beschließe, lieber auch mein Bett aufzusuchen. Denn gleich werden die Kinder natürlich wie gewohnt früh auf der Matte stehen. Pünktlich um 7:30 Uhr (immerhin eine Stunde länger als am Samstag) ist es dann soweit, Minimann ist bereit in den Tag zu starten. Sämtliche Kuschelversuche scheitern leider kläglich. Er ist ein Racker, ein Entdecker, er hat besseres zu tun, als noch mit Mama & Papa im Bett zu kuscheln. Kaum ist Minimann wach, folgt natürlich auch die große Schwester, diese lässt sich jedoch noch gut mit Hörbüchern zum weiteren Kuscheln überreden. Fast bis 8:30 Uhr schaffen wir es irgendwie die Kinder bei Laune zu halten. Aber dann geht´s los, unser kleines Häuschen erweckt zum Leben. Minimann ist voller Tatendrang und hilft tüchtig beim Tischdecken. Schnell noch einen Kaffee gekocht und die warmen Brötchen aus dem Backofen geholt. 2017 wir sind bereit du kannst kommen!

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Die gemütliche Frühstücksstimmung wird getrübt, der Papa ist im Stress, gleich fährt seine S-Bahn, er verschlingt noch schnell sein Brötchen, nimmt einen Schluck Kaffee und verlässt mit wehenden Fahnen unser Zuhause, um sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Aufgrund der Arbeitszeiten hat er auch noch beschlossen, erst wieder Montagabend nach Hause zu kommen. Wie so oft, bin ich also wieder auf mich allein gestellt und versuche das Beste aus diesem Sonntag zu machen. Ein Glück bin ich heute nicht ganz allein, sondern habe eine großartige Unterstützung von Sina, sie hat mit uns gemeinsam das neue Jahr begrüßt. Also frühstücken wir gemeinsam in Ruhe zu Ende und finden sogar noch ein bisschen Zeit, uns über unser Lieblingsthema „Pferde“ zu unterhalten. Das Gespräch müssen wir dann leider doch irgendwann beenden, da die Kinder unsere Aufmerksamkeit fordern. Damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt, gehen wir noch eine kleine Runde in unseren Garten, beseitigen den Silvestermüll und erfreuen uns an einer übrig gebliebenen Packung Knallerbsen. Zum Mittag gibt es dann Eierpfannkuchen mit Äpfeln, die anscheinend nur Sina und mir richtig gut schmecken. Nun ist es an der Zeit für einen gepflegten Mittagsschlaf. Da Sina wirklich großartig ist, übernimmt sie diesen Part und ich darf, auf in den Stall, zu Fiete.

 

Stallzeit

Ich liebe unseren kleinen privaten Stall. Er bedeutet für mich Ruhe, wohlfühlen, abschalten. Fiete ist gerade noch draußen auf dem Paddock und knabbert genüsslich an etwas Heu. Also gehe ich erstmal in den Stall, sammele meine sieben Sachen fürs Reiten zusammen und mache mich dann mit Halfter und Strick bewaffnet aud die Jagd nach Fiete. Der matschige Paddock lässt mich nur schwer einen Weg zu Fiete finden. Meine gut gemeinten Rufe und Pfiffe versteht er leider gänzlich falsch und meine Laute treiben ihn nur noch weiter von mir weg. Da kommt auch schon das kleine (etwas gefährliche) Scheckenpony „On Top“ lüstern auf mich zu . Da ich den kleinen Satansbraten ein Glück gut kenne, spreche ich sie schon scharf an, was sie allerdings wenig beeindruckt. Mit ihrem frechen Ponyblick ausgestattet kommt sie mir immer näher. Ich wedele mit dem Halfter und endlich bekomme ich sie dazu, sich von mir abzuwenden. Mein wedelndes Halfter wird mit zwei ordentlichen Tritten der Hinterbeine in meine Richtung quittiert. Fiete ist weiterhin auf der Flucht vor mir. Einen kleinen Moment ist er jedoch etwas langsam und ich kann ihm seinen Weg abschneiden, das kleine Satanspony dabei immer gut im Auge behaltend. Nun lässt sich Fiete, als wäre nichts gewesen, ganz bereitwillig aufhalftern und folgt mir. Beim Verlassen des Paddocks bleibe ich weiterhin wachsam, da das Scheckenpony immer wieder in unserer Nähe lauert. Puh! Geschafft! Wir sind  nun beide in Sicherheit, außerhalb des Paddocks. Nun können wir uns ganz dem Putzen und Satteln widmen. Angekommen in der Reithalle bin ich anfangs ganz allein. Wir drehen ein paar Runden im Schritt als es heißt „Tür frei!“ Ein anderes Scheckenpony soll longiert werden und leistet uns somit Gesellschaft. Fiete ist sichtlich angetan von diesem kleinen Schecken und würde am liebsten mit ihm freispielend durch die Reithalle toben. Ich hole ihn zurück aus seinen Träumen und erinnere ihn daran, dass ich gerade auf seinem Rücken sitze. Solche Gelegenheiten nutzt Fiete ganz gern, um sich von seinen eigentlichen Aufgaben ablenken zu lassen. Er ist halt noch ein Kind und Kinder spielen nun mal gern. Ich schaffe es dann doch seine Aufmerksamkeit wieder komplett auf mich zu lenken und wir drehen ein paar schöne Runden im Trab und Galopp, arbeiten an Zirkelverkleinern, Galoppsprüngen verlängern und an Übergängen. Geschwitzt, aber glücklich und zufrieden beenden wir unsere kleine Trainingseinheit.

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Feierabend für Fiete. Zurück auf seinen Paddock zu seinen zwei Freundinnen. Nach guten 1,5 h mache ich mich auf dem Heimweg.

 

Es ist ganz still in unserem Haus, als ich aus dem Stall zurückkomme. Alle geben sich ihrem Mittagsschlaf hin. Naja fast. Sina steht auf einmal vor mir und fragt nach einem Kaffee. Eine wirklich gute Idee, die ich auch schon hatte, aber nicht wusste, ob Sinas „Zeitbudget“ dies noch zulässt. Denn schließlich hat sie ja auch ihr eigenes Leben. Wir kommen noch mal dazu ein wenig über dies und das zu quatschen, bevor die Wichte das Haus langsam wieder zum Leben erwecken. Für Sina ist es nun auch Zeit sich zu verabschieden. Meine Kinder und ich lassen den restlichen trüben Nachmittag gemütlich vor sich hinplätschern. Wir vertreiben ihn uns mit einem Puzzle, einem Malblock und kreativen Spielideen.

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Der Sonntag ist bei uns fast immer für die Kinder der Badetag. Frisch gebadet und mit vollem Magen landen wir drei auf der Couch. Die Kinder dürfen sich noch den Sandmann anschauen, bevor es für sie ins Bett geht. So verabschieden wir langsam den ersten Tag des Jahres und kommen an dem Punkt an, an dem mein Blogpost begann.

Dieser erste Tag des Jahres 2017, er war kein Besonderer, er war geprägt von Sachen die mein Leben ausmachen. Von schönen Momenten, die mir hoffentlich lange in Erinnerung bleiben, von stressigen Phasen, die jedoch von diesen schönen Momenten überdeckt werden. Und das ist es, das ist es, was ich mir von dem Jahr 2017 wünsche. Schöne Momente die mir hoffentlich lange in Erinnerung bleiben.

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Ich danke an dieser Stelle allen Menschen, die mein Jahr 2016 bereichert haben und ihren Teil dazu beigetragen haben, dass das Jahr 2016 bereits geprägt war von schönen Momenten.