Das Einreiten

Vorbereitung ist alles

Nachdem Fiete im Oktober 2011 bei uns im Stall einzog, lebte er die erste Zeit mit seiner Freundin Destiny in einer Box. Mir war es wichtig, dass er mit einem Pferd im gleichen Alter aufwachsen konnte, um das (aus meiner Sicht) sehr wichtige Sozialverhalten zu lernen. So ließ es sich auch nicht vermeiden, dass sich Destiny auf dem Bild zum ersten Geburtstag mit ins Bild schlich und seine Geburtstagsschleife aus seinem Schopf pulte. 😀 01703ededd76ad7b76261bbe97f2ce9232243fda5b.jpg

So oft es ging übten wir damals schon: aufhalftern, spazieren gehen, Hufe auskratzen. Meist gingen wir mit beiden Jährlingen gemeinsam los, dadurch fühlte sich Fiete deutlich sicherer. Warum ich das erwähne? Mir ist es wichtig, dass die Pferde Vertrauen zum Menschen haben und nicht durch irgendwelche Hau-Ruck-Verfahren, auf einmal alles und das möglichst schnell lernen sollen. Fiete soll bei mir die Zeit bekommen, die er braucht. Den Winter über hielten wir die Beiden in einer Box mit täglichem Auslauf und im Sommer kamen sie 24h auf die Weide. Als er 2jährig war ließ ich ihn legen, seit dem lebten die beiden Jungpferde dann auch in getrennten Boxen.

Longieren & Co

Mit drei Jahren fingen wir dann ganz vorsichtig und behutsam an, Fiete zu longieren. Anfangs nur mit Halfter, dann machten wir eine Trense unters Halfter und hingen die Longe weiterhin am Halfter ein, damit er das Gebiss nicht als unangenehm kennenlernen musste. Es folgte ein Longiergurt und Ausbinder. Bei den ersten Longierversuchen arbeiteten wir meist zu viert, damit er erst mal lernen konnte, wo er überhaupt langlaufen soll. Irgendwann folgte dann auch der Sattel beim longieren. Nach und nach gewöhnten wir ihn ans Reitergewicht. Meist nur wenige Minuten nach dem Longieren um ihn nicht zu überfordern. Einige Male musste er wirklich gut festgehalten werden, da er immer sehr schnell, panisch und ängstlich reagierte. Aber nachdem er nach und nach merkte, dass wir ihm nichts böses wollten, fasste er langsam immer mehr Vertrauen.

 

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erneute Gewöhnung an das Reitergewicht Oktober 2014
Nachdem sich Fiete mehr und mehr an Alles gewöhnte, folgte ein neuer Frühling. Also hieß es 3-jährig erneut, raus auf die Weide, den letzten Sommer in Freiheit genießen. Diese Zeit war für ihn extrem wichtig, da er körperlich noch gar nicht so weit war und so noch genug Zeit bekam sich körperlich und seelisch weiterzuentwickeln. Im Herbst/Winter 2014 fingen wir dann erneut an mit ihm zu arbeiten. Wieder ganz von vorn und ohne Druck, da ich damals mein zweites Kind bekam, übernahm meine Schwetser netter Weise die Abende im Stall und nachdem er einigermaßen sicher unter dem Reiter war, übernahm sie auch die ersten Ritte. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Denn ich hätte es zu dem Zeitpunkt nicht leisten können. Auch Ulli&Kerstin (die Stallbesitzer) haben mich so wahnsinnig unterstützt, auch Ihnen bin ich dafür unendlich dankbar. An der Stelle sei noch erwähnt, dass keiner von uns ein Profi ist. Wir machen das Reiten aus Leidenschaft und betreiben es neben unserem „normalem“ Job als Hobby.

Jetzt bin ich an der Reihe (Frühjahr 2015)

Ich erinnere mich genau, es war nun endlich soweit, nach der zweiten Schwangerschaft war ich körperlich nicht wirklich in Höchstform, was mich sehr unsicher machte. Trotzdem musste ich mich durchbeißen, denn schließlich wollte ich doch auch endlich mal MEIN Pferd reiten. Huiuiui… Das war ein abenteuerlicher Ritt, ich hatte mein Körper nicht wirklich unter Kontrolle und Fiete schoss wie ein Wilder los. Jetzt hieß es am Ball bleiben. Das machte ich auch und es wurde immer besser. Den Kinderwagen im Vorbau geparkt und rauf aufs Pferd. Fiete und ich wurden immer mehr ein eingespieltes Team, die anfängliche Unsicherheit verflog und wir machten erste kleine Fortschritte. Dennoch freute ich mich sehr, dass Kerstin ihn immer weiter ritt und auch den ersten Ausflug in eine fremde Reithalle mit ihm machte. Da ich mir immer wenig zutraue und es auch schön anzuschauen ist wenn Kerstin ihn reitet, versuchte ich mich auch oft zu drücken, gerade vor neuen Herausforderungen.

Im Herbst 2015 neigte sich meine Elternzeit langsam dem Ende und da ich sehr realistisch bin, machte ich mich auf die Suche nach einer Reitbeteiligung. Denn mit zwei kleinen Kindern, einem Job mit 30h/Woche und dem täglichen pendeln nach Hamburg, war mir klar, dass es in Zukunft nicht einfach wird. Bei der Reitbeiteiligung ist mir vorallem wichtig ist, dass sie sich gut um Fiete kümmert, Interesse hat sich mit ihm gemeinsam weiterzubilden und eine die verlässlich ist. Diese Person war ein Glück schnell in Form von SINA gefunden. Seitdem begleitet Sina uns auf unserem Weg und ich bin so glücklich darüber.

Erstes Auswärtstraining Juli 2016 (man war ich aufgeregt!)01abd07f311fd58b41ade9c7dd346748f588f9cd9e.jpg

 

Niemals aufgeben und gemeinsam wachsen

Wenn ich Eines in der ganzen Zeit gelernt habe, dann ist es, mir zu Vertrauen und mir auch mehr zuzutrauen. Ich habe, leider oder ein Glück, nicht das riesen Ego und reite dementsprechend auch immer etwas verhalten. Hätte mir jemand Anfang 2016 erzählt, dass ich noch in 2016 meine ersten Turniere mit Fiete gehe und wir regelmäßig auswärts zum Training fahren, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Rückblickend bin ich sehr stolz auf alles. Ich weiß selbst, dass nicht alles perfekt ist und könnte mich über manche Fehler (die vorallem ich mache) wirklich ärgern, aber die gehören auch dazu und man lernt wohl auch niemals aus. Ich freue mich auf die Zukunft mit diesem tollen Pferd und bin so glücklich, dass er mir damlas über den Weg gelaufen ist! Mein Traumpferd!

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2 Antworten auf “Das Einreiten”

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